Smarte Services für smarte Fabriken

Der Servicedienstleister Leadec unterstützt weltweit produzierende Firmen auf dem Weg zur Industrie 4.0 – und hat dafür bei sich selbst angefangen.

Markus Hucko, COO der Leadec-Gruppe
Markus Hucko, COO der Leadec-Gruppe
Leadec Beitrag

Herr Hucko, wie sieht die Fabrik von morgen aus?
Die Fabrik von morgen, die Smart Factory, wird von der IoT-Technologie angetrieben – dem Internet of Things. Maschinen, Produkte und Systeme sind vernetzt, Daten werden an Maschinen gesammelt, in Clouds gespeichert und analysiert. Die Produktionssysteme werden auf Basis dieser Erkenntnisse verwaltet und gesteuert. 2025 werden 50% aller Fabriken über Komponenten verfügen, die eine Smart Factory ermöglichen.

Was bedeutet das für Dienstleister wie Leadec, die Fabriken in ihren Produktions- und Logistikprozessen unterstützen?
Neue Technologien machen die Fabriken intelligenter. Das gilt auch für die angegliederten Dienstleistungen, die ebenfalls immer mehr von Daten getrieben werden. Nur wenn die begleitenden Services in den Fabriken ebenso smart sind wie die Produktion, wird das volle Optimierungspotenzial von Industrie 4.0 ausgeschöpft. Dazu gehören technische Services wie Reinigen, Warten und Instandsetzen von Anlagen, optimiertes Ersatzteilmanagement oder interne Logistik – Services, die wir unseren Kunden bieten. Richtig spannend wird es in den Bereichen Condition Monitoring und Predictive Maintenance. Durch die verfügbaren Daten können wir bereits frühzeitig aktiv werden und so beispielsweise einen Produktionsausfall verhindern.

Wie machen Sie sich dafür bereit?
Seit 60 Jahren sind wir in den Fabriken der Welt zu Hause, viele unserer Kunden kommen aus der Automobilindustrie, wo höchste Anforderungen gestellt werden. Wir verstehen, wie Anlagen funktionieren, also die Operational Technology (OT), und wie wir diese mit IT-Technologie verbinden können. Zudem sind Automatisierung, Effizienz und Präzision fest verankert bei uns. Das unterscheidet uns von unseren Mitbewerbern, und dieses Fertigungs-Know-how setzen wir ein, um die Fertigung fit für Industrie 4.0 machen. Unsere Erfolgsbilanz in immer mehr Branchen ist der Beweis, dass wir damit zur Wertschöpfung bei unseren Kunden beitragen.

Wie sieht das konkret aus?
Kernstück für alle Services ist unsere zentrale Leadec.os-Plattform. Dafür haben wir zunächst unseren gesamten Dienstleistungserbringungsprozess digitalisiert: Kunden-Assets, unsere Service-Ressourcen, alle Techniker, alle Service-Aufgaben werden im System berücksichtigt. Unsere Kunden können über die Plattform ihre Aufträge erteilen, sie können auf das System zugreifen und in Echtzeit sehen, wie es um den Zustand und die Qualität der Serviceleistungen bestellt ist. Das schafft Transparenz und wir können damit die Effizienz erhöhen. Darüber hinaus haben wir unsere eigene IoT-HomeCloud aufgebaut. In dieser erfassen wir Daten von Sensoren, analysieren sie und optimieren auf Basis der Erkenntnisse die Produktion. Im nächsten Schritt bringen wir diese beiden Bereiche zusammen und erhalten dadurch eine End-to-end-Lösung für smarte Services in der smarten Fabrik.

Haben Sie noch ein Beispiel?
Gerne! Wir sind zum Beispiel in der Lage, die Vibration von Pumpen in einer Fabrik zu überwachen und können so vorhersagen, wann diese Pumpe ausfallen wird. Direkt in Leadec.os können wir einen Auftrag auslösen, sodass ein Techniker die Pumpe bereits wartet, bevor sie ausfällt. So verhindern wir eine Produktionsunterbrechung beim Kunden, was in diesem konkreten Fall rund 250.000€ pro Jahr einspart. Es gibt aber noch viele andere Bereiche, in denen wir unsere Kunden mit IoT-basierten Services unterstützen. Unsere Lösungen für das Qualitätsmanagement oder digitales Abfallmanagement sind bereits in der Praxis erfolgreich.


www.leadec-services.de

 

Erster Artikel
Wirtschaft
April 2022
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