Nutzen statt besitzen

Wie das Modell der Kreislaufwirtschaft die Economy 4.0 nachhaltig prägt
Dr. Mathias Wagner, Vorstandsvorsitzender der CHG-MERIDIAN-Gruppe
Dr. Mathias Wagner, Vorstandsvorsitzender der CHG-MERIDIAN-Gruppe
CHG-Meridian Beitrag

Seit über 40 Jahren begleitet CHG-MERIDIAN als Technologiemanager und Finanzexperte Unternehmen bei der Digitalisierung und dem effizienten, nachhaltigen Einsatz und Nutzen von Spitzentechnologie. Basis des Erfolgs ist die Kreislaufwirtschaft: Denn je länger technische Geräte genutzt werden, desto weniger Ressourcen werden benötigt. Das ist gut fürs Klima und entlastet die Umwelt.


Im Interview erklärt Dr. Mathias Wagner, Vorstandsvorsitzender der CHG-MERIDIAN-Gruppe, dass Nachhaltigkeit eine Notwendigkeit für modernes Wirtschaften ist – und gleichzeitig profitables Wachstum ermöglicht. 

CHG-MERIDIAN ist Marktführer in der Tech-Branche und gehörte schon zu den Pionieren der Kreislaufwirtschaft, noch bevor es den Begriff gab. Wie wendet CHG-MERIDIAN das Modell an?
Grundsätzlich stellen Kreisläufe aus Gerätebeschaffung, Wiederverwenden und Wiederverwerten nicht den Besitz eines Produktes ins Zentrum, sondern dessen Nutzung. Die Zweit- und Drittvermarktung gebrauchter IT-Technik verlängert deren Lebenszyklus, spart wertvolle Ressourcen und verringert potenziell giftige Abfälle sowie Elektroschrott. Unser Kreislaufmodell beginnt mit der Finanzierung und Beschaffung von (Neu)-Geräten, beinhaltet umfangreiche Services während der Nutzungsphase und geht weiter mit der Wiederaufbereitung sowie dem Remarketing dieser Geräte. Am Ende stellen wir darüber hinaus sicher, dass sämtliche Daten ISO-zertifiziert gelöscht werden, bevor die IT in ein zweites Produktleben startet.
 

Welche Vorteile bietet das Geschäftsmodell von CHG-MERIDIAN für Ihre Kund:innen?

Das Finanzierungsmodell „Kauf“ hat im IT-Bereich ausgedient. Miete, Leasing oder pay-per-use-Modelle sind die Zukunft. Getreu dem Motto „Nutzen statt Besitzen“ bieten wir unseren Kund:innen die Möglichkeit, ihre IT immer up-to-date und bedarfsgerecht aufzusetzen, damit nachhaltig zu agieren und wettbewerbsfähig zu bleiben.  Weitere Vorteile von modernen Nutzungsmodellen sind Kostentransparenz und hohe Liquidität, maximale Entlastung der IT-Abteilungen und ein hoher Servicegrad in Richtung der Mitarbeiter:innen. Wir können nicht nicht konsumieren. Aber wir können es ressourcenschonend und verantwortungsbewusst tun.

Wo findet die Aufbereitung der IT-Technik bei Ihnen statt?

Wir haben zwei eigene Tech-Zentren in der Nähe von Frankfurt und im norwegischen Skien. Dazu kommt ein internationales Partner-Netzwerk. Insgesamt haben wir allein im Jahr 2020 rund 880.000 IT-Rückläufer wiederaufbereitet und -vermarktet – Tendenz steigend. Aktuell gelangen damit 96 Prozent aller Geräte wieder zurück in den Markt, das ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll.

Inwiefern wird die Wirtschaft von Kreislauf- und As-a-Service-Nutzungsmodellen bestimmt?

Die Transformation zu zirkulärer Wirtschaft wird von der Gesellschaft bereits angemahnt und politisch, wie über den EU Green Deal, forciert. Ein gutes Beispiel ist die Diskussion über die „Mobilität der Zukunft“. Analog dazu werden wir auch über die „IT der Zukunft“ sprechen. Ich bin sicher: Wenn wir den Klimawandel verlangsamen wollen, müssen wir unsere Art zu wirtschaften überdenken. Die Ressourcenknappheit wird dafür sorgen, dass immer neue Geschäftsmodelle entstehen, die den Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft entsprechen.


www.chg-meridian.com

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