Innovationen früh einsetzen

Sanders Tiefbau baut Deponien, saniert Kanäle, betreibt Rückbauarbeiten – und gehört zu den innovativsten seiner Branche.
Ralf Mocken, geschäftsführender Gesellschafter von Sanders Tiefbau und seine Töchter Celina (l.) und Alissa (r.), Mitgesellschafterinnen
Ralf Mocken, geschäftsführender Gesellschafter von Sanders Tiefbau und seine Töchter Celina (l.) und Alissa (r.), Mitgesellschafterinnen
Sanders Tiefbau Firmengruppe Beitrag

Sie wurden mit dem „TOP 100“-Preis ausgezeichnet und gehören damit zu den innovativsten Mittelständlern Deutschlands. Wofür genau haben Sie den Preis bekommen?

Uns ist es wichtig, Innovationen und neue Technologien und mögliche Verbesserungen so früh wie möglich einzusetzen. Unsere Geschäftsführung holt sich zum Beispiel aktiv Optimierungsvorschläge von Mitarbeitenden ein. Sie wissen schließlich am besten, wo der Schuh drückt. Dazu haben wir auch ein Vorschlagswesen eingeführt. Neue Projekte werden von oben mitbegleitet, die Umsetzung aber in die Hände der Mitarbeitenden gelegt. Wir wollen, dass sich unsere Angestellten mit der Firma identifizieren – so fangen sie selbst an, Augen und Ohren für Neues offen zu halten und unternehmerisch zu denken. Im vergangenen Jahr haben zudem über 50 Führungskräfte aus der gesamten Firmengruppe einmal im Monat an Seminaren zu Themen wie Verhandlungsführung oder innovative Führungskonzepte teilgenommen. Mit Weiterbildungen oder Messebesuchen sorgen wir dafür, dass unsere Mitarbeitenden neue Technologien kennen und anwenden können. Auch so bringen wir Innovation ins Unternehmen. Um im Markt mithalten zu können, müssen wir schnell, flexibel und immer auf dem neusten Stand sein.

Können Sie uns Beispiele für diese Innovationen geben?

Wir haben sehr zeitig begonnen mit GPS-gesteuerten Baumaschinen zu arbeiten. Dabei setzt zum Beispiel ein Raupenfahrzeug unterstützt von GPS-Daten ein digitales Geländemodell um, eine große Baugrube etwa. Der Maschinenführer steuert nur grob, den Rest erledigt die Maschine. Das führt zu größerer Präzision in der Ausführung. Sehr früh haben wir bei der Kanalsanierung auf den Einsatz von Robotern gesetzt, die unzugängliche Kanäle reparieren, ferngesteuert über eine Kamera und einen Joystick. Ihre Stromversorgung stellen wir nach und nach von Dieselaggregaten auf Akkus um. Das bedeutet weniger Lärm und reduziert Emissionen. In Zukunft wollen wir die Akkus über unsere eigene Solaranlage laden. Zu unseren Kernbereichen gehört auch die Abdichtung von Deponien. Hier geht es darum, etwa bei den Regeln für die Sickerwasserabführung stets auf dem neuesten Stand zu sein. Kontinuierliches Wissensmanagement ist hier geschäftsentscheidend. Ein weiteres Beispiel für innovative Lösungen ist auch der Abbruch eines großen Gebäudes, den wir in der Düsseldorfer Innenstadt durchgeführt haben. Das Haus wurde von oben nach unten abgebrochen. Der benötigte Bagger war aber zu schwer, um ihn einfach aufs Dach zu setzen. Also haben wir spezielle Träger entwickelt, die quer über das Gebäude gelegt wurden und auf denen der Bagger sich bewegen konnte.

In welchen Bereichen werden wir weitere Innovationen von Ihnen sehen?

Wir werden weiterhin innovative Dinge vorantreiben, die in der mittelständischen Baubranche oft noch nicht selbstverständlich sind. Ein wichtiges Projekt ist die Digitalisierung unserer Verwaltung. Das Rechnungswesen – vom Eingang bis zum Bezahlvorgang – wird in Zukunft komplett digital laufen. Dabei unterstützt ein Dokumentenmanagementsystem selbstständig den Prüfungsprozess. Zugleich führen wir eine digitale Bauakte ein. Statt mehrere Unterlagenordner braucht die Bauleitung auf der Baustelle jetzt nur noch ein Tablet, über das alle Unterlagen abrufbar sind. Und unsere Mitarbeitenden erfassen ihre Arbeitszeiten vor Ort über digitale Geräte. Das sind für uns alles Maßnahmen für mehr Effizienz und mehr Erfolg. Denn nur wer immer am Ball bleibt und innovative Technologien früh einsetzt, kann sich am Markt behaupten.

  www.sanders-tiefbau.de

Nächster Artikel
Wirtschaft
September 2021
Illustration: Agata Sasiuk
Redaktion

Stabil in der Krise

Das deutsche Know-how bei Umwelttechnologien spielt nicht nur für Schwellenländer eine herausragende Rolle – die Lösungen beginnen beim Wasser-Monitoring und reichen bis zu Hochleistungs-Solarkraftwerken.