Digitalisierung ist Schlüssel zum Erfolg

Die Rüdinger Spedition in Krautheim in Hohenlohe ist Marktführer für übergroße Transporte – und außerdem Vorreiter bei der Digitalisierung der Logistik.
Roland Rüdinger, Inhaber und Geschäftsführer der Rüdinger Spedition GmbH
Roland Rüdinger, Inhaber und Geschäftsführer der Rüdinger Spedition GmbH
Rüdinger Spedition GmbH Beitrag

Herr Rüdinger, Ihr Unternehmen wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – unter anderem mit dem Top 100-Innovationspreis, dem Preis der VerkehrsRundschau … Wie machen Sie das?

Auf den Punkt gebracht: Wir sind innovativ. Die VerkehrsRundschau hat uns zum Beispiel für unsere Leistungen in der Digitalisierung ausgezeichnet. Und hier liegt einer der Schlüssel für unseren Erfolg. Unsere Abläufe sind komplett digitalisiert, von der Preisanfrage über die Disposition und Lagerhaltung bis zur Rechnungsstellung. Und nicht nur der Innendienst, auch unsere Fahrer haben einen digitalisierten Arbeitsplatz – sie arbeiten mit mobilen digitalen Geräten, mit denen sie Aufträge entgegennehmen, Routen abarbeiten und ausliefern. Wir sind übrigens die einzige Spedition, die jede einzelne – auch leere – Palette über die gesamte Lieferkette digital und in Echtzeit im Blick hat. Dieser Grad der Digitalisierung ist für eine mittelständische Spedition sehr ungewöhnlich.

Vielleicht noch ein Beispiel für die Bedeutung der Digitalisierung?

Unser Unternehmen liegt im ländlichen Raum, dort haben wir viele Kunden mit oft auch kleineren Transportaufträgen. In diesem Sammelgutgeschäft genannten Bereich müssen wir also Aufträge bündeln, sonst fährt der LKW halbleer. Diese Bündelung können Sie nur über Kooperationen mit anderen Speditionen erreichen. Wir unterhalten inzwischen sechs solcher Kooperationen, und damit sind wir einzigartig. So viele Partner zu haben bedeutet aber auch, sechs verschiedene Systeme miteinander zu vereinen – von den Auslieferungsregeln bis zum Warenwirtschaftssystem. Das schaffen wir mit unserem digitalisierten Logistiksystem, von dem auch andere Speditionen profitieren.

Sie sind Marktführer bei überhohen und überbreiten Transporten unter Plane. Was bedeutet das, können Sie das näher erläutern?
Auch das ist ein Beispiel für Innovation. Vor 30 Jahren hatte ich die Idee einer Heckverbreiterung für unsere Lkw. Mit ihnen können wir zum Beispiel große und sperrige Maschinen oder Fahrzeuge transportieren. Keine weitere inhabergeführte Spedition in Europa stellt so viele Lkw für diese Transporte zur Verfügung – aktuell sind es über 100. Wir bieten für jedes Transportbedürfnis ein Fahrzeug, wir haben einen der vielfältigsten Fuhrparks in Deutschland. Damit haben wir eines unser Kerngeschäfte aufgebaut und sind zum wichtigen Partner des Maschinen- und Anlagenbaus geworden, der in unserer Region stark vertreten ist. Dabei transportieren wir nicht nur regional, wir bieten unsere Logistikleistungen deutschland-, europa- und weltweit an.

Zukunftsfrage: Welche Pläne haben Sie für die kommenden Jahre, wie geht es weiter?

Als Mittelständler geht es uns darum, langfristige, vertrauensvolle Kundenbeziehungen aufzubauen. Dafür braucht es engen Kontakt, persönliche Gespräche und eine starke Vernetzung in der Region. Nur so erfahren wir, was unsere Kunden brauchen, und daraus ergeben sich Impulse für Innovationen. Darauf werden wir uns auch weiterhin konzentrieren. Zugleich bauen wir unsere Standorte aus – mittlerweile unterhalten wir Lager an fünf verschiedenen Standorten. Nicht zuletzt: Wir sind in den letzten Jahren um mehr als 50 Prozent gewachsen und haben nun über 500 Mitarbeiter. Das schaffen wir mit Innovation, mit der Digitalisierung – und mit den besten Mitarbeitern. Und das sind in der Regel jene, die wir selbst ausbilden. Zurzeit haben wir über 50 Auszubildende in allen Bereichen des Unternehmens. Wir blicken sehr optimistisch in die Zukunft.

www.ruedinger.de

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