Smart Home – so geht‘s

Wer sein Haus automatisieren möchte, sollte auf ein paar Dinge achten.

Illustration: Chiara Lanzieri
Illustration: Chiara Lanzieri
Axel Novak Redaktion

Die Markise reagiert auf die Windstärke, die Heizung regelt bei offenem Fenster die Temperatur nach unten und in der Dämmerung gehen im Wohnzimmer automatisch die Lichter an. Glücklich, wer ein Smart Home sein Eigen nennt. Automatisierte Alltagsabläufe bringen Komfort und Sicherheit und helfen, Energie zu sparen. „Durch das clevere Zusammenspiel von Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung im Gebäudesektor können wir bis zu 65 Prozent Primärenergie einsparen“, bestätigt Wolfgang Weber vom Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI bei der diesjährigen IFA-Funkausstellung. 

Kein schlechter Gedanke in diesen Zeiten. Sogar ein großes schwedisches Möbelhaus will im kommenden Jahr in den Markt einsteigen und damit Smart Home massentauglich machen. 

Wer heute sein Home digitalisieren lassen will, der findet Einstiegsangebote auf Funkbasis ab ein paar hundert Euro. Sinnvollerweise sollte man erst eine Grundausstattung wählen, die bei Bedarf erweitert werden kann, rät der Verbraucherzentrale Bundesverband. Teurer ist ein kabelbasiertes System, hier müssen tausende Euro in die Installation investiert werden.

Dabei können Sparfüchse sogar öffentliche Förderung nutzen, wenn sie Anwendungen wählen, die die Energieeffizienz einer Immobilie erhöhen. Die Kosten für „Efficiency Smart Home“-Anwendungen wie intelligente Thermostate oder Systeme zum  Energiemanagement können unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Fünftel übernommen werden. 

Smart Home setzt neben Technik grundsätzlich zwei Dinge voraus: WLAN und gemeinsame technische Standards. Denn bei der Haussteuerung per Funk übernimmt eine zentrale Steuereinheit – Gateway, Bridge oder Hub genannt – die Kommunikation mit den einzelnen Geräten, zum Beispiel mit dem Heizungsthermostat oder der Beleuchtung. Dafür ist meist eine WLAN-Verbindung mit dem heimischen Router nötig. Hier sollten die Nutzer die Datenschutzeinstellungen der Geräte ernst nehmen und eher komplexe Passworte setzen. 

Außerdem ist wichtig, dass die Standards zur Steuerung der Geräte miteinander kompatibel sind, manche sind bewusst offen, andere herstellergebunden. Wer deshalb Geräte unterschiedlicher Hersteller kauft, riskiert, dass die Sensoren und Aktoren sich nicht verstehen. 

Sind die Geräte miteinander vernetzt und eingerichtet, lässt sich das Smart Home im Idealfall vom Handy aus oder mit einer Sprachsteuerung bedienen. Dabei liegt Amazon mit seiner Sprachsteuerung Alexa über den Echo-Lautsprecher immer noch vorne. Doch auch Google Home und Google Assistant oder Apple mit der Sprachassistenz Siri machen Boden gut: Google kann Smart-Home-Geräte verschiedener Hersteller steuern, Siri steuert dagegen Apparate der hauseigenen Marke Apple HomeKit und deren Ableger „works with HomeKit“. Relativ neu sind die Sprachsteuerungen „Cortana“ von Microsoft, „Bixby“ von Samsung, „Hallo Magenta“ von der Deutschen Telekom. Auch hier gilt es, auf die Kompatibilität zu achten: Je mehr Geräte mit einer Sprachsteuerung bedient werden können, desto besser – und desto größer der Komfort und der Nutzen, den die Technik verspricht. 

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