Covestro schließt den Kreis

Innovative Verfahren zur nachhaltigen Nutzung von alternativen Rohstoffen in der Kunststoffproduktion
Schlafen auf CO2 – Cardyon macht’s möglich.
Schlafen auf CO2 – Cardyon macht’s möglich.
Covestro Beitrag

Unser Leben wäre ohne moderne Hochleistungskunststoffe wie Polyurethane und Polycarbonate nicht vorstellbar: Sie stecken in Tausenden verschiedener Produkte. Von Brillengläsern, Sportschuhen und Polstermöbeln über Smartphones und Fahrzeugkomponenten bis hin zu Rotorblättern für Windkraftanlagen. Wo sie eingesetzt werden, bieten sie durch ihre vielfältigen Eigenschaften häufig Vorteile gegenüber Materialien wie etwa Metall oder Glas. Aber: Jährlich landen Millionen Tonnen Kunststoffe im Abfall, in Verbrennungsanlagen, Deponien oder in der Umwelt. Das muss sich ändern.


„Produzieren, konsumieren, wegwerfen – die Einmalnutzung führt in die Sackgasse, Wirtschaft und Gesellschaft müssen umdenken“, sagt Covestro-Chef Dr. Markus Steilemann. Das Ziel: Die Kreislaufwirtschaft, in der Ressourcen im Kreis geführt werden – aus Rohstoffen wird ein Produkt, das Produkt und seine Bestandteile werden am Ende seiner Lebensdauer wieder zu Rohstoffen für neue Produkte.


„Die Kreislaufwirtschaft muss zum globalen Leitprinzip werden, um Klimaneutralität zu erreichen und die schwindenden Ressourcen unseres Planeten zu schützen“, sagt Steilemann. Der Weg bis zu diesem Ziel ist weit – aber Covestro sieht sich als Vorreiter und hat die ersten Schritte bereits gemacht.

CO2 anstelle von Erdöl

 

Steilemann: „Fossile Rohstoffe wie Erdöl können nicht länger die Hauptquellen unserer Branche sein, wenn die Welt in eine nachhaltigere Zukunft aufbricht.“ Und Covestro beweist: Kunststoffe können auch ohne Öl hergestellt werden – zum Beispiel mit Biomasse, Altmaterialien und Abfall und sogar mit dem Treibhausgas CO2.


Mit der RWTH Aachen hat Covestro ein bahnbrechendes Verfahren zur CO2-Nutzung entwickelt. Bis zu 20 Prozent Kohlendioxid können jetzt in eine wichtige Zutat für den Kunststoff Polyurethan eingebaut werden. Damit wird der Erdölverbrauch gesenkt und das klimaschädliche Gas gebunden und sinnvoll genutzt. Cardyon®, wie die CO2-basierte Polyurethan-Komponente heißt, kommt in vielen Bereichen zum Einsatz – von Matratzen über Sportböden bis zu Bestandteilen des Autocockpits.

Hightech-Kunststoff aus altem Fett

 

Um das Ziel der vollständigen Kreislaufwirtschaft zu erreichen, arbeitet Covestro eng mit anderen Unternehmen zusammen. Diese liefern Basischemikalien aus erneuerbaren Rohstoffen, aus denen bei Covestro Produkte werden, die dieselben Eigenschaften wie rein erdölbasierte Kunststoffe haben, aber nachhaltiger sind. Ein Beispiel: Am Standort in Uerdingen wird Phenol verwendet, das aus Öl- und Fettabfällen hergestellt wurde. Bei Covestro wird daraus der Kunststoff  Polycarbonat, der vielseitig einsetzbar ist – etwa in Laptops, Medizingeräten oder LED-Beleuchtungen.


Covestro forscht außerdem in mehr als 20 Projekten an Wegen, die mehr und besseres Recycling von Kunststoffen ermöglichen. Auch bei der Herstellung von Produkten soll das spätere Recycling direkt mitgedacht und so Kohlenstoff im Kreis geführt werden.

www.covestro.de

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