Systemwechsel im Eigenheim

Oktober 2015 | Handelsblatt | Zukunft Deutschland

Systemwechsel im Eigenheim

Inzwischen ist ein Großteil der mehr als fünf Millionen Haushalte, die 1990 in Ostdeutschland mit Braunkohle beheizt wurden, auf Erdgas umgestellt. Doch bis heute gibt es mehr als 2,5 Millionen Heizungen in deutschen Privathäusern, die noch vor der Wied

Zukunft ERDGAS / Unternehmensbeitrag

Braunkohle war in der DDR das Heizmittel der Wahl: Sie wurde im eigenen Land abgebaut und war vermeintlich billig. Allerdings war sie auch umweltschädlich und wurde nicht eben effizient eingesetzt. Im Jahr 1990 wurden von den rund sieben Millionen Ost-Haushalten 5,2 Millionen mit Braunkohle beheizt. Gut ein Viertel der Wohnungen waren ans Fernwärmenetz angeschlossen, dessen Energie ebenfalls zu 90 Prozent aus Braunkohle gewonnen wurde. Eine Öl-Heizung war hingegen in gerade einmal 400 Privathaushalten zu finden.


Mit der Wiedervereinigung fiel deshalb auch der Startschuss für eine Technologiewende. Angesichts der erschreckenden Luftverschmutzung über ostdeutschen Städten galt es, nicht nur veraltete Industrieanlagen und Verkehrssysteme möglichst zügig zu modernisieren – auch die Privathaushalte waren dringend auf umweltschonende Geräte umzustellen. Als Nonplusultra innovativer Heizsysteme galt damals die Erdgas-Brennwerttechnik. Angeschoben durch die Modernisierungswelle im Osten gab es bereits 1995 zum ersten Mal mehr Gas- als Ölheizungen in Deutschland.


Heute ist die Brennwert-Technik Standard. 400.000 Brennwert-Geräte werden jedes Jahr installiert – das sind 60 Prozent aller Heizungen – und 19,3 Millionen Wohnungen werden mit Erdgas warm. Auch an der Infrastruktur lässt sich der Siegeszug von Erdgas ablesen: Das Erdgasnetz in Deutschland ist mittlerweile doppelt so lang wie 1991; im vergangenen Jahr zählte es 530.000 Kilometer. Die Speicherkapazitäten haben sich im gleichen Zeitraum sogar verdreifacht. Mit fast 25 Milliarden Kubikmetern in 51 Anlagen hat Deutschland die größten Erdgasspeicher in der EU.


Inzwischen ist der Modernisierungsprozess allerdings ins Stocken geraten – nicht im Industriesektor und auch nicht bei Neubauten, wohl aber was den Altbestand im privaten Wohnungsbereich anbelangt. Das Durchschnittsalter der Heizungen liegt bei 17,6 Jahren. Mehr als 2,5 Millionen Heizungen bundesweit stammen sogar noch aus der Zeit vor 1990. Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass solche Altanlagen nach heutigem Maßstab nicht nur ineffizient und damit teuer sind, sondern auch klimaschädlich.


Immerhin macht der Wärmemarkt rund 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs aus. Bis zum Jahr 2050 können rund 107 Millionen Tonnen CO2 gegenüber 1990 durch eine Modernisierung des Heizungsbestands in Wohnhäusern eingespart werden: 69 Millionen Tonnen in Einfamilienhäusern, 38 Millionen in Mehrfamilienhäusern. Erdgas bietet hier bezahlbare und wirksame Lösungen. Die klassische Erdgas-Heizung ist ein einfacher Einstieg. Noch mehr Effizienz und Synergien lassen sich mit Gaswärmepumpen, Strom erzeugenden Heizungen (Mikro-KWK) oder Brennstoffzellen-Heizungen erreichen. 25 Jahre nach der Deutschen Einheit könnte Deutschland gut einen neuen Systemwechsel gebrauchen – in den Heizungskellern, und zwar in Ost und West.



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