Leise, sauber und höchst effizient

März 2016 | Die Welt | Wohnen der Zukunft

Leise, sauber und höchst effizient

Die Brennstoffzellenheizung gilt als Heiz-Technologie der Zukunft: Sie erzeugt hocheffizient sowohl Wärme als auch Strom

Zukunft ERDGAS e. V. / Beitrag

Welcher Hauseigentümer wünscht es sich nicht, ein Multitalent für den Heizungskeller: Eine Heizung, die das Haus nicht nur warm hält, sondern  auch mit Strom versorgt. Die dabei wenig Platz benötigt, fast lautlos und sehr umweltschonend arbeitet. Und die zusätzlich die geringsten jährlichen Betriebskosten hat. Hört sich nach Utopie an? Ist aber schon Wirklichkeit: Mittlerweile gibt es in Deutschland auch für Privathaushalte seriengefertigte Brennstoffzellenheizungen auf dem Markt. Noch ist sie nur wenigen Hausbesitzern in Deutschland bekannt. Doch viele Experten halten sie für die wohl wichtigste und zukunftsträchtigste Technologie, die in den kommenden Jahren in den Heizungskellern Einzug halten wird. 

 

Brennstoffzellenheizungen, wie sie von Herstellern wie SenerTec, Vaillant und Viessmann angeboten werden, werden mit Erdgas betrieben. Anders als herkömmliche Heizgeräte verbrennen sie das Gas jedoch nicht, sondern wandeln es in einem elektrochemischen Prozess in Strom und Wärme um. Dadurch arbeiten sie äußerst effizient und besonders sauber. Die CO2-Emissionen lassen sich im Vergleich zu bisherigen Technologien um bis zu 50 Prozent senken. Dabei ist Erdgas ohnehin schon derjenige konventionelle Brennstoff, der die geringsten Klimagas-Emissionen erzeugt.

 

Auch dass der Strom direkt im eigenen Keller produziert wird, birgt zahlreiche Vorteile: Die elektrischen Wirkungsgrade liegen um bis zu 50 Prozent über denen der Stromproduktion in Großkraftwerken. Allein dadurch werden die Umwelt und das private Portemonnaie geschont. Laut des Neubaukompasses, den das Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden im Jahr 2015 vorlegte, kommt keine andere Heiztechnologie auf geringere Verbrauchskosten: Bezogen auf ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche rechneten die Wissenschaftler für die Brennstoffzellenheizung Heizkosten von 964 Euro pro Jahr aus. 

 

Zudem macht sich der Verbraucher durch die eigene Stromproduktion nicht nur von steigenden Strompreisen unabhängiger. Speist er seine Überschüsse ins Netz ein, werden diese vergütet – und außerdem gibt es einen KWK-Zuschlag (KWK = Kraft-Wärme-Kopplung) für selbst erzeugten Strom. Trotz ihrer Leis­tungsstärke benötigen die Brennstoffzellenheizungen nur wenig Platz. Und weil Brennstoffzellenheizungen fast lautlos arbeiten und angenehm designt sind, muss man sie noch nicht mal in den Heizungskeller verbannen – man kann sie auch in Durchgangsräumen oder auf dem Flur aufstellen.

 

In Japan sind bereits Zehntausende Brennstoffzellenheizungen in Privathäusern installiert worden. Inzwischen hat auch die deutsche Politik das Potenzial erkannt: Da die Energiewende immer mehr zur Wärmewende wird, werden hoch­effiziente Technologien wie die Brennstoffzelle auch in Zukunft verstärkt gefördert werden. Aktuell bietet das Mini-KWK-Impulsprogramm bereits Bonuszahlungen für Wärmeeffizienz und Stromeffizienz. Zudem bezuschussen einzelne Bundesländer und die ersten Stromanbieter den Einbau von Brennstoffzellenheizungen. Auch in Deutschland hat die Zukunft im Heizungskeller also schon begonnen.

 

Dr. Timm Kehler; Vorstand Zukunft Erdgas e. V.

 

www.erdgas.info