Erdgas – »Bodyguard« der Energiewende

Mai 2021 | Handelsblatt | Technologien der Zukunft

Erdgas – »Bodyguard« der Energiewende

Beitrag von NORD STREAM 2

NORD STREAM 2 / Beitrag

Das deutsche Energiesystem basiert zu mehr als einem Viertel auf Erdgas. Die Hälfte der Haushalte in Deutschland heizt mit Erdgas und es deckt 30 Prozent des Endener-giebedarfs der Industrie. Zudem werden 16 Prozent des Stroms mit Erdgas produziert. Erdgas ist somit ein unverzichtbarer Bestandteil der heutigen Energielandschaft. Gleichzeitig bietet der Energieträger ein enormes Potenzial für die Dekarbonisierung, denn das Leitungsnetz und viele Endanwendungen können auf Wasserstoff umgerüstet werden. Damit steckt in den Erdgasmolekülen (CH4) das zweite Standbein der Energiewende.

 

Besonders der Strommarkt ist durch die Energiewende mit großen Herausforderungen konfrontiert. Mit dem Ausstieg aus der Atomkraft bis Ende 2022 und der Kohle bis Ende 2038 hat sich Deutschland anspruchsvolle Ziele gesetzt, um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Bereits heute tragen erneuerbare Stromquellen die Hälfte zur Deckung des Stromverbrauchs bei. Die größeren Schwankungen in der Stromgewinnung der erneuerbaren Energien sind dabei nur eine der Herausforderungen. Vor allem wird es mittelfristig an ausreichend installierter Solar- und Windkraftleistung sowie der nötigen Netzinfrastruktur fehlen, damit erneuerbare Energien den Wegfall von Atom- und Kohleenergie vollständig kompensieren können. Wenn die letzten Atomkraftwerke Ende 2022 vom Netz gehen, wird sich die Kohlekraft ebenfalls um weitere3 Gigawatt (GW) verringert haben.

 

Und was immer gerne vergessen wird: Stromversorgung ist keine nationale Aufgabe, sondern kann nur im europäischen Kontext gesehen werden. Im Netzverbund müssen im Sekundentakt Unterversorgungen kompensiert werden, um die Versorgungssicherheit und Netzstabilität sicherzustellen.

 

Um möglichen Versorgungslücken zu entgehen und auch seiner europäischen Verantwortung gerecht zu werden, braucht Deutschland bis 2030 bis zu 45 GW zusätzliche Kraftwerkskapazität. Dabei eignen sich moderne Gaskraftwerke besonders gut, denn sie sind hochflexibel und stoßen bis zu 70 Prozent weniger CO2 aus als Kohlekraftwerke. Die vorhandenen und 2020 im Jahresmittel nur zu 22 Prozent ausgelasteten Gaskraftwerke müssen und werden zukünftig mehr Strom liefern, um die naturgemässen Schwankungen der erneuerbaren Stromerzeugung auszugleichen.

 

Schon in 2030 werden über 10 Prozent mehr Erdgas für die Stromerzeugung benötigt, in 2040 dann sogar fast 50 Prozent. Und das allein in Deutschland. Als
„Bodyguard“ der Energiewende werden Gaskraftwerke diese drohende Lücke schließen und die für Wirtschaft, Verkehr und Haushalte notwendige Versorgungs- und
auch Preissicherheit gewährleisten.

 

In Europa halbiert sich die Produktion von Gas in den nächsten 10 Jahren. Deshalb muss mehr aus sicheren Quellen rund um Europa importiert und in neue Infrastruktur überall in Europa investiert werden. Nord Stream 2 ist dabei auch unter dem Gesichtspunkt der Diversifizierung ein absolut konkurrenzfähiges Angebot für die Versorgung von Haushalten und Industrie in Europa.

 

Eine erfolgreiche Energiewende geht nur mit der Absicherung durch Erdgas!


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