Smartes Eigenheim

Oktober 2015 | Wirtschaftswoche | Stadt der Zukunft

Smartes Eigenheim

Intelligente und energie- effiziente Haustechnik liegt im Trend, ist aber mit hohen Investitionskosten verbunden. Die Finanzierung sollte deshalb rechtzeitig und professionell geplant werden.

Illustration: Beatriz Morales
Axel Novak / Redaktion

Der Kühlschrank tauscht sich mit dem Herd aus, die Heizung parliert mit der Lüftung, die Schließanlage checkt Fenster und Türen: Im Smart Home sorgt ausgefeilte Technik dafür, dass die Bewohner sich aufs entspannte Wohnen konzentrieren können. Vorbei die Zeiten hektischer Kontrollgänge durchs Haus, willkommen im digitalen Leben! Doch wer so trendig leben möchte, der braucht dafür vor allem eines: einen Plan. 

 

Immer mehr Deutsche leben im Eigenheim. Die Wohnung oder das Haus sind längst zum „Betongold“ geworden. Die eigene Immobilie entlastet im Alter und kann zudem – so das Kalkül – in einigen Jahrzehnten schon aufgrund gestiegener Preise mit kräftigen Gewinnen verkauft werden.

 

Grundlage dieser bodenständigen Immobilienspekulation ist die richtige Finanzierung. Zwar sind heute die Zinsen billig wie selten zuvor. Geld wird dem Interessenten nachgeworfen, sogar Baudarlehen ohne Eigenanteil sind günstig zu erhalten. Aber auch die technischen Anforderungen an die Bauherren sind gestiegen. Zum Beispiel bei der Energieeffizienz. Laut der neuen Energieeinsparverordnung muss der Primärenergiebedarf für Haustechnik ab 2016 um ein Viertel sinken, der Wärmeschutz der Gebäudehülle um 20 Prozent steigen. Statt einer Öl- oder Gasheizung helfen erneuerbare Energiequellen, die neuen Werte einzuhalten. Das aber macht Bauen teurer. 

 

Bund, Länder und Kommunen unterstützen Bauherren und Modernisierer mit vielen unterschiedlichen Programmen. Wichtigster Förderer bleibt die KfW. Sie unterstützt die „energetische Stadtsanierung“ ganzer Quartiere, aber auch private Bauherren bei solchen effizienten Vorhaben. Kredite werden günstiger, je effizienter das Haus wird. Sanierung, Umrüstung auf erneuerbare Energien, Speicher für kombinierte Anlagen aus Photovoltaik und Batteriespeichern, Investitionszuschüsse, Baubegleitung durch Sachverständige und der altersgerechte Umbau werden bezuschusst. Vorteil: Die KfW-Programme können miteinander kombiniert werden.

 

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) unterstützt den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen, allerdings meist im Bestand.

 

Die Länder fördern mit eigenen Programmen. Viele Zuschüsse zielen auf Barrierefreiheit des Wohnraums ab. Denkbar ist hier, verbesserte Haustechnik wie elektrische Rollladenkästen und Türöffner oder fahrbare Waschbecken fördern zu lassen. Und schließlich unterstützen auch die beiden großen christlichen Kirchen sowie viele hundert Kommunen Sanierung und Neubau von Wohnraum.

 

All diese Förderungen setzen aber zwei Dinge voraus: Zum einen sollte sich rechtzeitig kümmern, wer gefördert werden will. Denn Unterstützung gibt es meist nur, wenn das Projekt noch nicht begonnen wurde. Zum anderen sollte jedes Projekt sorgfältig und mit einem Fachmann geplant werden. Energieeffizienz bedeutet, dass viele unterschiedliche Anlagen effizient miteinander harmonieren. Müssen Hightech-Elemente teuer nachgerüstet werden, dann wird Betongold zu teurem Betonblei.