Energieversorgung in der Stadt der Zukunft

Oktober 2015 | Wirtschaftswoche | Stadt der Zukunft

Energieversorgung in der Stadt der Zukunft

Interview mit Dr. Constantin H. Alsheimer; Vorstandsvorsitzender Mainova AG

Mainova AG / Unternehmensbeitrag

Herr Dr. Alsheimer, wie wird die Energieversorgung des urbanen Raums in Zukunft aussehen?

 

Wir können uns vorstellen, dass Städte künftig die Funktion eines Energiespeichers erfüllen. Der urbane Raum hat das Potential, temporäre Stromüberschüsse aufzunehmen und dadurch die fluktuierende Stromproduktion aus Windkraft und Photovoltaik auszugleichen. Die Grundlage dafür stellt die Verknüpfung der Versorgungssysteme für Strom, Gas und Wärme durch neue technische Lösungen dar.

 

Welche technischen Lösungen sind das?

 

Mittels Power-to-Gas kann überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen eingesetzt werden, um aus Wasser Wasserstoff zu gewinnen. Dieser lässt sich anschließend ins Gasnetz einspeisen und dort speichern. Und wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint, kann dieses „grüne“ Gas in Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung wieder in Strom und Wärme zurückverwandelt werden. Das Power-to-Gas-Verfahren wenden wir bereits in Zusammenarbeit mit 12 weiteren Unternehmen der Thüga-Gruppe erfolgreich an. Eine andere Technologie mit Scharnierfunktion ist Power-to-Heat, also der Einsatz von Tauchsiedern und Durchlauferhitzern im Großmaßstab zur Gewinnung von Heizwärme. Damit können die städtischen Fernwärmesysteme große Mengen überschüssiger Energie aus Solar- und Windkraftanlagen aufnehmen.

 

Wird die Energiewende das Erscheinungsbild der Städte verändern?

 

Für den urbanen Raum werden sich im Zuge der Energiewende ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. So ist vorstellbar, dass Photovoltaik künftig nicht nur auf Dächern angebracht, sondern auch in Gebäudefassaden und ausfahrbare Sonnensegel integriert wird. Außerdem rechnen wir damit, dass Elektromobilität im urbanen Kontext künftig eine starke Rolle spielen wird. Die Energiewende wird jedenfalls einer der prägenden Faktoren für die städtebauliche Entwicklung im 21. Jahrhundert sein.

 

Dr. Constantin H. Alsheimer; Vorstandsvorsitzender Mainova AG

 

www.mainova.de