Bio in the City

Oktober 2015 | Wirtschaftswoche | Stadt der Zukunft

Bio in the City

In Städten ist der umfangreiche Einsatz von erneuerbaren Energien schwieriger als auf dem Land – es fehlt schlicht der Platz.

Zukunft ERDGAS e.V. / Unternehmensbeitrag

Aber er ist möglich. Denn mit Bio-Erdgas und Power-to-Gas kann regenerativ erzeugte Energie vom ländlichen Raum in die Städte gebracht werden. Dort kann sie effizient und klimaschonend für die Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt werden. Ein Konzept für die Zukunft. 

 

Bioenergiedörfer kennt jeder. Kleine Kommunen, die sich autark ausschließlich mit regenerativer Energie versorgen. Aber Bioenergiestädte? Nie gehört. Denn im großen Maßstab im urbanen Raum ist es deutlich schwieriger, mit der Energie vom Acker oder von Windrädern auszukommen. Diese Formen der erneuerbaren Energien brauchen Platz. Und der ist in Städten bekanntlich Mangelware. 

 

Um dennoch auch in Städten auf erneuerbare Energien setzen zu können, muss die Ökoenergie vom Land in die Stadt gebracht werden. Mit Bio-Erdgas ist das schon heute möglich. Aus Biomasse wie Grünschnitt oder Energiepflanzen wird – auf dem Land – Biogas erzeugt. Dieses Biogas wird dann aufbereitet auf Erdgasqualität. Der Clou: So aufbereitetes Biogas – man spricht von Bio-Erdgas – ist chemisch identisch mit konventionellem Erdgas und kann problemlos ins Gasnetz eingespeist werden. Dort fließt es deutschlandweit dorthin, wo es gerade gebraucht wird. Vom Land in die Stadt. Auch speichern lässt sich das Bio-Erdgas problemlos. Bio-Erdgas ist dann verfügbar, wenn es gebraucht wird. Ein klarer Vorteil im Vergleich zur Energie aus Wind oder Sonnenkraft. 

 

Überhaupt: Wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, dann wird in Deutschland dank des Ausbaus der erneuerbaren Energien sehr viel grüner Strom erzeugt. Immer häufiger sogar zu viel. Dann müssen Anlagen abgeriegelt werden. An den deutschen Küsten ist das schon heute keine Seltenheit. Es weht der Wind, aber die Windräder dürfen sich nicht drehen. Keiner weiß wohin mit dem vielen Ökostrom. Schade eigentlich.

 

Das Power-to-Gas Verfahren kann hier eine Antwort sein. Erste Pilotanlagen in Deutschland gibt es – die Hoffnungen werden von den Anlagen sogar übertroffen. Aus Ökostrom wird in einer Power-to-Gas-Anlage Erdgas erzeugt. Und zwar genau dann, wenn der Wind weht. Manche sprechen daher von Windgas. Dieses Windgas ist regenerativ erzeugt, speicherbar und deutschlandweit transportierbar. In Zukunft könnte daher im Sommer aus Sonnenkraft und im Herbst aus Windkraft das Erdgas erzeugt werden, mit dem im Winter die Wohnung warm wird. Rein regenerativ, aus dem überschüssigen Ökostrom. 

 

Wichtig ist dann aber nicht nur, wie klimaschonendes Erdgas erzeugt wird, sondern auch dass es möglichst effizient genutzt wird. Hier gilt die Brennstoffzellentechnologie als wegweisend für die kommenden Jahre. Seit Frühjahr 2014 gibt es seriengefertigte Heizungen mit Brennstoffzellen in Deutschland zu kaufen. Das Besondere: Diese Heizungen erzeugen Strom fürs Haus – und die dabei entstehende Wärme wird zur Warmwasseraufbereitung und zum Heizen genutzt. 

 

Betrieben werden die Brennstoffzellen mit Erdgas, das hier aber nicht – wie bei Brennwertkesseln – „heiß verbrannt“ wird, sondern in elektrische Energie und Wärme umgewandelt wird. Dadurch arbeiten die Geräte äußerst effizient und besonders sauber: Laut den Herstellern lassen sich mit ihnen die CO2-Emissionen um bis zu 50 Prozent im Vergleich zu konventioneller Strom- und Wärmeerzeugung senken. 

 

Und auch der Verbraucher spart: Denn selbst produzierter Strom ist deutlich günstiger als der aus dem öffentlichen Netz; speist man selbst seine Überschüsse ins Netz ein, werden diese vergütet, und außerdem gibt es einen KWK-Zuschlag (KWK = Kraft-Wärme-Kopplung) für selbst erzeugten Strom. Geeignet sind die Anlagen sowohl für Mehr- als auch für Einfamilienhäuser, für Altbau ebenso wie im Neubau. Clever heizen, klimaschonend wohnen und sogar der Einsatz erneuerbarer Energien lassen sich also auch in der Stadt umsetzen.

 

 

www.zukunft-erdgas.info