Zurück in die Zukunft

Juni 2016 | Capital | Mobilität der Zukunft

Zurück in die Zukunft

Der Flottenmarkt in Deutschland wird sich verändern, glaubt man bei ARI Fleet und bereitet sich mit offenen, transparenten Angeboten darauf vor.

Majk Strika; Managing Director Europe, ARI Fleet
ARI Fleet / Unternehmensbeitrag

Herr Strika, braucht der deutsche Markt tatsächlich noch einen Flottenmanager?

 

Darüber könnte man in der Tat streiten. Wir glauben jedoch, dass der Grund für unser erfolgreiches Wachstum in Deutschland und Europa seit unserem Markteintritt 2012 in UK und 2014 in Deutschland und Kontinentaleuropa auch darin begründet liegt, dass wir uns von der Masse der anderen Anbieter abheben. Also positiv formuliert heißt das, der Markt braucht nicht noch einen Flottenmanager, sondern einen mit einer anderen Herangehensweise. Wir sehen uns als Flottenmanager für Profi-Flotten, sprich komplexe gemischte Fuhrparks, welche zur Erbringung von Dienstleistungen der Kunden strategisch wichtig sind. Es gibt auf dem deutschen Markt keinen Dienstleister der sowohl PKW, Transporter, LKW, Sonderfahrzeuge sowie Flurförderzeuge mit unserer Servicetiefe bedienen kann. Man darf auch nicht vergessen, dass in Deutschland nahezu 50% der Flotten gekauft oder ohne Services finanziert sind. Hier besteht ein sehr großer Bedarf an Unterstützungen rund um den Lebenszyklus der Fahrzeuge.

 

Und wie gehen Sie an die Dinge heran?

 

Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen, das seit über 70 Jahren in den USA im Flottengeschäft aktiv ist und somit nicht den Zwängen der Kapitalmärkte und deren Gewinnforderungen unterworfen ist. Anders als in Deutschland und Europa dominiert dort ein offenes, transparentes, verbrauchsgerechtes Modell den Markt. Geschlossene Fullservice-Leasing Angebote mit versteckten Kosten und Margen werden in den USA nicht nachgefragt. Dort sind die Gesellschaften erfolgreich, die den Kunden vollkommen transparent die niedrigsten Total Cost of Ownership ohne versteckte Margen bieten können. Dass wir das können, beweisen wir in den USA seit vielen Jahren mit über 1 Millionen gemanagten Fahrzeugen in unserem Portfolio und nun bieten wir dieses Konzept auch hierzulande an. 

 

Warum haben sich die Märkte in den USA und Europa so unterschiedlich entwickelt?

 

In den Neunzigern waren viele Entscheider und Flottenmanager in Europa davon überzeugt, dass die Risiken einer Kaufflotte nicht zu managen seien. Zu der Zeit haben viele Banken und auch die Automobilhersteller mit ihren eigenen Leasinggesellschaften, den sogenannten Captives, den Markt für sich entdeckt. Damals kam auch das Konzept des Closed-End-Leasings auf, das vereinfacht ausgedrückt für eine fixe Pauschale den Kunden die Risiken vermeintlich komplett abnimmt, sich dies jedoch sehr intransparent und teuer bezahlen lassen.

 

Und dieses Konzept ist heute nicht mehr zeitgemäß?

 

Wir glauben nicht, dass es das noch ist. Damals war das IT-Umfeld nicht sonderlich entwickelt, Aufstellungen erfolgten manuell und es gab kaum Tools, mit denen sich Daten oder Kosten vergleichen ließen. All das ist heute anders. Mit der entsprechenden IT können wir einem Kunden genau sagen, wann ein Transporter mit einer bestimmten Laufleistung in Düsseldorf, Berlin oder München in die Werkstatt muss, um neue Bremsscheiben zu bekommen. Gerade für gewerbliche Flotten ist diese genaue Kalkulation und damit Reduzierung der Ausfallzeiten ein großer Vorteil.

 

Sie setzen also stark auf IT und Big Data?

 

Absolut. Wir haben in den letzten zehn Jahren rund 50 Millionen Euro jährlich in unsere IT investiert, so dass wir heute stolz sagen können, dass wir hier wirklich ‚State of the Art’ sind. In Deutschland haben wir aktuell rund 120 Mitarbeiter und davon sind allein 35 in der IT tätig, hauptsächlich Datenanalysten und Programmierer. Diese können  auf über 300 IT Spezialisten in Nordamerika zurückgreifen. Das zeigt, wie stark wir an die IT als Zukunft des Flottenmarktes glauben. 

 

Welche Vorteile haben die Kunden von dieser Transparenz?

 

Eindeutige Kostenvorteile. Allein beim Thema Wartung lassen sich Einsparungen von 20 bis 30 Prozent erzielen. Und auch bei den Restwerten verdienen Full-Service-Gesellschaften heute ordentlich mit, weil sie seit der Finanzkrise Restwerte deutlich konservativer kalkulieren. Dies kostet Kunden leicht bis zu 50 Euro pro Fahrzeug pro Monat on top. 

 

Und wollen Kunden mehr Transparenz?

 

Strukturen wie im deutschen Flottenmarkt, die über so viele Jahre gewachsen sind, lassen sich nicht über Nacht aufbrechen. Darum geht es uns auch nicht. Wir glauben jedoch, dass sich der Flottenmarkt auch hierzulande nachhaltig verändern wird und sind dafür bestens aufgestellt. Seit Markteintritt in Europa sind wir rund 45 Prozent gewachsen. Und wir beobachten, dass immer mehr große Unternehmen ihre Flotten finanzieren, so wie es schon vor rund 40 Jahren der Fall war. Es geht also zurück in die Zukunft und dort warten wir dann schon.

 

www.arifleet.de