Kompetenz für Elektromobilität in Bayern

Juni 2016 | Capital | Mobilität der Zukunft

Kompetenz für Elektromobilität in Bayern

Elektromobilität ist auf dem Vormarsch – lediglich die Automobilnation Deutschland hat hier noch keine Leitfunktion. Kompetenzstellen im Land sollen das ändern.

Elektromobilität Bayern
Bayern Innovativ / Unternehmensbeitrag

Aktuell liegt der Anteil elektrischer Fahrzeuge in Deutschland unter ein Prozent; das entspricht rund 50.000 Fahrzeugen. Davon sind etwa 63 Prozent gewerblich und 37 Prozent privat genutzt, ca. 4.000 Nutzfahrzeuge und LKWs sowie 150 Busse. Im internationalen Vergleich liegt die Bundesrepublik damit deutlich hinter anderen Industrienationen wie Japan oder den USA. Selbst in Europa gibt es, insbesondere in Skandinavien, stärkere Heimatmärkte für Elektrofahrzeuge. Anders als bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren – hier gehört die deutsche Automobilindustrie zur Weltelite – sind wir bis heute keiner der Vorreiter für Elektromobilität. 

 

„Das liegt vor allem daran, dass Elektrofahrzeuge im Vergleich zum klassischen Verbrenner einfach zu teuer sind und auch die Ladeinfrastruktur deutlich ausgebaut werden muss“, erklärt Dr. Johann Schwenk, Leiter der Projektleitstelle Elektromobilität der Bayern Innovativ. Darüber hinaus gelte es, in kommenden Generationen die Batteriekapazitäten für eine größere Reichweite spürbar zu erhöhen. Zudem müsse sich die Branche stärker auf den Wandel einstellen und diesen nachhaltig vorantreiben, wie Schwenk erklärt: „Es ist unbedingt ein Umdenken in den Köpfen der Automobilmanager nötig. Ansonsten könnte es passieren, dass wir hier ähnliche Umwälzungen erleben wie die Mobilfunkbranche in den letzten Jahren. Im schlimmsten Fall würden wir dann alteingesessene Branchengrößen und die damit
verbundene Zulieferindustrie scheitern sehen.“ 

 

Die zentrale Frage dabei: Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus und wer wird diese gestalten? Ein sich veränderndes Mobilitätsverhalten durch Digitalisierung und Sharing-Economy wird auch künftige Kundenbedarfe beschreiben. Das Fortbewegungsmittel der Zukunft wird demnach geteilt werden, vernetzt und elektrisch sein. Das heißt aber auch, dass ganz neue Anbieter das Thema Mobilität für sich entdecken und dank Synergien aus ihrem Kerngeschäft Vorteile gegenüber den klassischen Playern haben. Man denke nur an Namen wie Google oder Apple, die bereits angekündigt haben, beim Thema Mobilität einzusteigen. In deren Vision ist das Auto aber nur ein weiteres Endgerät – elektrisch angetrieben und digital vernetzt. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft wären bei entsprechender Umwälzung fatal. Hat die Automobilwirtschaft hier doch einen erheblichen Anteil an der Wertschöpfung und am Wohlstand unserer Gesellschaft.

 

Umso wichtiger ist es, das Thema mit höchster Priorität anzugehen. „Bayern Innovativ als Herz eines Ecosystems für Innovation, Technologietransfer und Technologiepolitik wird Elektromobilität als ein wesentliches, zukunftsweisendes Feld der eigenen Arbeit gemeinsam mit Politik und Wirtschaft vorantreiben“, sagt Dr. Rainer Seßner, Geschäftsführer der Bayern Innovativ. Wesentlich ist u. a. der koordinierte Aufbau von Ladeinfrastruktur, die Unterstützung der Kommunen dabei sowie ein geeignetes Technologiemarketing zum Markthochlauf.

 

www.bayern-innovativ.de/elektromobilitaet