Vernetzte Dinge

Dezember 2015 | Wirtschaftswoche | Industrie 4.0

Vernetzte Dinge

Das Internet der Dinge wird die Produktion, die Städteplanung und den Alltag von Verbrauchern revolutionieren.

Illustration: Christine Rösch
Osia Katsidou / Redaktion

Laut dem Telekommunikationsunternehmen Cisco waren bereits 2008 mehr Objekte als Menschen mit dem Internet verbunden. Die Zukunft hält noch viel mehr vom Internet der Dinge bereit und so sollen laut Prognosen von Business Insider bereits im Jahre 2020 34 Milliarden Geräte vernetzt sein. 

 

Das Internet der Dinge soll dazu beitragen, die Effizienz von Prozessen zu steigern, wenn beispielsweise Maschinen automatisiert die Fertigung übernehmen und so schneller und mit immer weniger Ausfällen produzieren können. Sie begründen die vierte industrielle Revolution. Auch in der Stadtplanung ist das Internet der Dinge von Bedeutung. Unter dem Begriff „Smart Cities“ sollen Städte effizienter gemacht und logistische Abläufe, wie zum Beispiel die Verkehrsplanung, optimiert werden. 

 

Von vernetzen Geräten profitieren auch Verbraucher, wenn es zum Beispiel um Smart-Home-Anwendungen wie intelligente Thermostate oder Sicherheitssysteme geht. Von selbstfahrenden Autos, die über das Web gesteuert werden, erhoffen sich laut einer Umfrage der Boston Consulting Group und des Weltwirtschaftsforums Fahrer in Zukunft weniger Stress und mehr Zeit für private Dinge. Trendforscher des IT-Beratungsunternehmens Gartner sagen voraus, das im Jahre 2020 90 Prozent aller Autos mit dem Internet verbunden sein werden. Derzeit boomt vor allem der Bereich der Wearables. Der Markt ist allein im Jahr 2015 um 223 Prozent gewachsen. Ob die Körperdatenmessung mit dem Fitnesstracker oder die Kommunikation über die Smartwatch, vernetzte Geräte werden immer häufiger im Alltag genutzt. Nicht nur biometrische Informationen können so – zum Beispiel zur diagnostischen Evaluierung – erfasst werden, auch Marktforschung kann genauer betrieben werden oder Unregelmäßigkeiten bei Prozessen in Großsystemen – zum Beispiel Bankentransaktionen – können durch die Vernetzung schneller aufgespürt werden. 

 

Doch genau dort liegen auch die größten Risiken. Denn wie sicher sind Daten, die automatisch über Geräte ausgetauscht werden? Laut dem Marktforschungsinstitut McKinsey fehlt aktuell noch der rechtliche Rahmen, um den Datenfluss für die Zukunft wirklich sicher zu machen. Besonders für Verbraucher ist das Thema Datensicherheit von großer Bedeutung verrät eine McKinsey-Umfrage, denn sie befürchten, dass sie durch die Vernetzung daheim, im Auto und am Arbeitsplatz kontrolliert und allzeit beobachtet werden. 

 

Das Internet der Dinge hat aber vor allem großes Potenzial. Für das Jahr 2025 kann durch die Vernetzung von Gegenständen laut McKinsey ein internationaler Mehrwert von bis zu 11 Billionen Dollar entstehen. Mit den entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen, die vor allem die Bedenken um die Datensicherheit reduzieren, ergeben sich für die Produktion, für die Städteplanung und für den Alltag von Verbrauchern viele Vorteile.