Energiewende – Sicher und bezahlbar mit Gas

März 2021 | Wirtschaftswoche | Green Economy

Energiewende – Sicher und bezahlbar mit Gas

Beitrag von ZUKUNFT GAS

*Der Vergleich der Emissionen von Kohle und Gas bezieht sich auf die Stromerzeugung
Beitrag ZUKUNFT GAS / Beitrag

Deutschland hat sich für die Energiewende entschieden und steuert in eine grüne, klimafreundliche Zukunft. Die Diskussion wird nun um das Wie geführt: Denn die Wege zum Ziel entscheiden letztlich über das Schicksal des Jahrhundertprojekts Energiewende.

 

Bisher war die Energiewende eine Stromwende. Allein über das EEG wurden im vergangenen Jahr über 31 Milliarden Euro für die Förderung erneuerbarer Energien ausgegeben. „Was als Markteinführungsprogramm gedacht war, ist zu einem teuren Koloss angewachsen. Deutschland ist Spitzenreiter bei den Strompreisen, steht aber am Tabellenende bei CO2-Emissionen des Stroms“, kritisiert Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas. Die Summe der EEG-Subventionen steht in keinem Verhältnis zu den tatsächlich erzielten CO2-Einsparungen.

 

Die einseitig auf Strom ausgerichtete Klimaschutzstrategie sorgt neben steigenden Kosten auch für steigende Unsicherheit. Denn anders als konventionelle Kraftwerke sind erneuerbare Energien großen Schwankungen ausgesetzt. Wenn Dunkelflaute herrscht, produzieren sie keinen Strom. Hocheffiziente und flexible Gaskraftwerke sorgen hingegen für stabile Stromnetze, auch bei schwankender Einspeisung. Mit dem fortschreitenden Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft und dem Ausbau der erneuerbaren Energien wächst die Rolle der Gaskraftwerke als Stabilisator. Das lässt sich schon heute mit Zahlen aufzeigen: Lag der Anteil im Jahr 2015 noch bei 9 Prozent, so erzeugen Gaskraftwerke heute bereits 16 Prozent des Stroms. Kehler geht daher von einem weiter steigenden Erdgasbedarf in Deutschland aus: „Und zwar nicht trotz, sondern wegen der Klimaschutzmaßnahmen. Allein der Wechsel von Braunkohle zu Erdgas in der Stromerzeugung führt zu einer CO2-Einsparung von bis zu 70 Prozent.“ Würde zum Beispiel die gesamte Jahreskapazität der Nord-Stream-2-Pipeline (55 Milliarden Kubikmeter Erdgas) an Stelle von Kohle verstromt, könnten jährlich 160 Millionen Tonnen CO2 eingespart und dadurch die Emissionen aus der Stromerzeugung in der EU um 14 Prozent gesenkt werden.

 

Allerdings macht der Strommarkt nur ein Fünftel des deutschen Energiesystems aus. Entscheidender für den Kampf gegen den Klimawandel wird der Wärmemarkt sein: Die Hälfte der Deutschen heizt mit Gas und der Markt wächst stetig. Mit positiven Auswirkungen auf das Klima, denn in der Ablösung von 5,5 Millionen Ölheizungen durch moderne und emissionsarme Gasbrenner schlummert ein riesiges Potenzial. Ein Potenzial mit Zukunft, denn wo heute Erdgas verbrennt, sorgen morgen Brennstoffzellen oder wasserstoffbetriebene Heizgeräte für eine zuverlässige Wärmeversorgung.

 

Die Klimawende im Wärmemarkt wird dabei nicht allein mit grünem Wasserstoff gelingen, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. „Wollen wir eine breite und sozialverträgliche Dekarbonisierung für alle, brauchen wir eine klimaneutrale Volksenergie. Wasserstoff hat das Potenzial dafür. Deswegen setzen wir uns auch für andere klimaneutrale Wasserstoffproduktionsmethoden ein,“, erklärt Kehler. Beim „blauen“ Wasserstoff aus Erdgas wird beispielsweise das bei der Erzeugung anfallende CO2 abgeschieden und sicher unterirdisch gespeichert. Bei der türkisen Variante entsteht fester Kohlenstoff, der als Rohstoff in der Landwirtschaft und Industrie weiterverwendet werden kann.

 

Was ebenfalls schon heute die Energiewende voranbringt, ist das Leitungsnetz, das auf mehr als 500.000 Kilometern Deutschland erschließt. Problemlos kann Wasserstoff bis zu einem gewissen Grad Erdgas beigemischt werden. Für den Transport von reinem Wasserstoff sind moderne Leitungen ohne großen technischen wie finanziellen Aufwand aufrüstbar. „Deutschland ist ohne Zweifel in der Lage, die Gasinfrastruktur umzubauen und klimaneutral zu machen. Schon heute gibt es viele ermutigende Beispiele, dass den Netzen ein Wasserstoff-Anteil von 20 bis 30 Prozent beigemischt werden kann“, erläutert Kehler. Gas, in all seinen Formen, als Erdgas, Biogas oder klimaneutral erzeugter Wasserstoff ist also das ideale Element für eine versorgungssichere, bezahlbare und nachhaltige Energiewende, heute und in der Zukunft.

 

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