Wasserstoff-Markthochlauf braucht schnelle Entscheidungen

Beitrag der ONTRAS Gastransport GmbH

Das ONTRAS H2-Startnetz für Ostdeutschland
Das ONTRAS H2-Startnetz für Ostdeutschland
ONTRAS Gastransport GmbH Beitrag

Der Wasserstoffbedarf in Deutschland bis 2030 ist hoch: 130 TWh stehen im  Entwurf zur Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie, 290 TWh weist zum Beispiel eine DVGW-Studie aus. Diese Mengen lassen sich nur durch Inlandproduktion plus Importe erreichen. ONTRAS setzt daher auf den europaweiten Wasserstoff-Backbone. Teil ist unser ONTRAS H2-Startnetz, rund 950 Kilometer Infrastruktur für Ostdeutschland. Rund 2/3 sind umgestellte Erdgasleitungen, der Rest ist Neubau. Seit September 2021 entstehen im Reallabor „Energiepark Bad Lauchstädt“ 20 km Wasserstoffleitung durch Umstellen. Für zwei Projekte hat ONTRAS Förderungen als Important Projects of Common European Interest (IPCEI) beantragt: „Green Octopus Mitteldeutschland“ verbindet Leipzig und das ostdeutsche Chemiedreieck mit Magdeburg, der Stahlregion Salzgitter und dem Speicher Bad Lauchstädt. „doing hydrogen“ erschließt die Regionen zwischen Rostock, dem Großraum Berlin-Brandenburg und Eisenhüttenstadt.

Wir stehen bereit, doch fehlen wesentliche Rahmenbedingungen. Das EU-Gas- und ‑Wasserstoffpaket wird aktuell noch verhandelt. Vom Ergebnis hängt ab, ob Gasnetzbetreiber ihre Wasserstoff-Assets nach 2030 weiter besitzen und betreiben dürfen. Falls nicht, sind viele hundert Millionen Euro Investitionen ungewiss. Auch fehlen nationale Regelungen für kalkulierbare Entgeltmodelle zum H2-Transport. Damit gibt es keine Absicherung der Refinanzierung während des Markthochlaufs und danach. Eine Lösung wäre das Modell der dena, das bei fehlender Auslastung eine Ausfallbürgschaft des Staates vorsieht.

Die Fernleitungsnetzbetreiber können die H2-Infrastruktur aufbauen, ohne Netzgesellschaft, wie im Leak des Entwurfs zur Fortschreibung der NWS proklamiert. Der Staat gestaltet trotzdem mit: durch bei Erdgas bewährte, auf H2 anzupassende Prozesse, ergänzt um Übergangslösungen. Die FNB bieten der Politik ihre Expertise an, um gemeinsam noch 2023 pragmatische Lösungen für den Aufbau der notwendigen Infrastruktur zu erreichen.

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