Wasserstofftankstellen aus einer Hand

Die Maximator Hydrogen bündelt alle Kompetenzen im Umgang mit Wasserstoff. Ein Interview mit den CEOs Mortimer Glinz und Mathias Kurras.

Mortimer Glinz CEO Schmidt  Kranz Group
Mortimer Glinz CEO Schmidt Kranz Group
SCHMIDT KRANZ GROUP Beitrag

Herr Glinz, Sie führen mit der Schmidt Kranz Group ein Bergbautechnik-Familienunternehmen in vierter Generation. Wieso haben Sie ein Wasserstoff-Geschäft aufgebaut?
Glinz: Wir haben über unser Hochdrucktechnik-Geschäft der Maximator GmbH schon sehr lange mit Wasserstoff zu tun, wir halten allein über 700 Wasserstoff-Patente. Die europäische Weltraumagentur ESA haben wir mit Wasserstoff-Technologien für die Ariane-Rakete ausgestattet. Vor vier Jahren haben wir ein Team aufgebaut, das Know-how für den Aufbau einer Wasserstoff-Tankstelle mitbrachte. Mit Maximator Hydrogen haben wir in Thüringen einen Standort mit 170 Mitarbeitenden gegründet, der Wasserstoff-Tankstellen als Allround-Paket liefert – von der Inbetriebnahme bis zum 24/7-Service. Bis zum Jahr 2030 wollen wir rund 4000 Wasserstofftankstellen aus-liefern.


50 Wasserstoff-Tankstellen haben Sie bereits gebaut. Wie geht es weiter?
Kurras: Wir sind am Anfang, gehören aber bereits in Europa zu den führenden Herstellern, mit Tankstellenbetreibern wie Shell und AVIA als Partner. In der Schweiz sind wir zum Beispiel Marktführer für Wasserstoff-Tankstellen. Dort kann man bereits sehen, wie eine Wasserstoff-Infrastruktur reibungslos funktionieren kann: Das grüne, also aus erneuerbaren Energien erzeugte Gas, wird mit Containern an die Tankstellen ausgeliefert. Der Umschlag erfolgt nachhaltig per Bahn oder Lkw.

Glinz: Um das Thema Grüne-Wasserstoff-Erzeugung weiter voranzutreiben, haben wir parallel in Unternehmen investiert, die Elektrolyseure bauen. Mit der Firma FEST in Goslar errichten wir ein Werk, in dem PEM-Elektrolyse-Anlagen hergestellt werden. Außerdem bauen wir Prüfstände für Wasserstofftanks in Fahrzeugen – ein weiteres wichtiges Glied in der Wertschöpfungskette.

Mathias Kurras CEO Maximator Hydrogen GmbH
Mathias Kurras CEO Maximator Hydrogen GmbH

Herr Kurras, Sie stellen die Tankstellen in Nordhausen her. Auf welche Kompetenzen kommt es dabei an?
Kurras: Verdichtung und Befüllung mit Wasserstoff, das ist unser Kerngeschäft. Wir haben es mit extrem hohen Drücken bis zu 1000 bar zu tun. Und Wasserstoff ist das kleinste Molekül, das es gibt. Wenn etwas Wasserstoff-dicht ist, ist es absolut dicht. Unser System mit Speicher, Verdichter und dem Dispenser, der den Wasserstoff abgibt, sobald der Kunde den Tankvorgang startet, sorgt für sicheres und schnelles Tanken.
 

Herr Glinz, welchen Stellenwert wird grüner Wasserstoff in Zukunft haben?
Glinz: Wir brauchen grünen Wasserstoff, aber auch Batterien, E-Fuels, Pumpspeicher usw. – die gesamte Palette erneuerbarer Energieträger wird benötigt. Und zwar schnell, sonst werden wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen. Es reicht nicht aus, von Technologieoffenheit zu sprechen und dann abzuwarten, welche Technologie am günstigsten ist. Wir brauchen dringend innovative Produkte. Deshalb investieren wir als SK Group mit voller Kraft in diesen Markt – unser Anteil, die eine Zukunft, die wir haben, nachhaltig mitzugestalten.

www.hydrogen.sk-group.com
www.maximator-hydrogen.de
 

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Illustration: Chiara Lanzieri
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