Räume zum Verwöhnen

Bad und Küche werden immer wohnlicher. Hier werden nicht nur grundlegende Bedürfnisse der Bewohnerinnen befriedigt, sondern Herz und Seele eingebunden.

Illustration: Chiara Lanzieri
Illustration: Chiara Lanzieri
Lena Bulczak Redaktion

Jede Wohnung, jedes Haus hat ein Herz und eine Seele: die Küche und das Badezimmer. Bevor wir diese Räume auf dem Reißbrett gestalten, dürfen wir also einmal in uns gehen und uns fragen: Was braucht dieser Raum eigentlich wirklich, damit ich mich in meinem Heim ganz und gar wohlfühlen kann?

Für immer mehr Menschen rückt dabei im Badezimmer die Wohnqualität im Sinne des Sich-Verwöhnens in den Vordergrund. Zukunfts- und Trendforscherin Oona Horx-Strathern spricht daher auch vom Trend zum „Spa-throom“ – einem Badezimmer mit der Atmosphäre eines Spas. Das Badezimmer ist zum Wohnraum geworden. Natürliche, warme Materialien wie Holz, Travertin, Marmor oder Mosaik, abwaschbare Teppiche, Tapeten und Pflanzen stehen hoch im Kurs. Neben stimmungsvollen Beleuchtungssystemen sind auch immer häufiger Hocker, Kissen und Sessel zu finden. Das Bad wird möbeliger, textiler, flexibler und schöner.

Urlaubsfeeling unter der Regenwalddusche

Der Wunsch nach Regeneration hat einen riesigen Markt für Produkte und Dienstleistungen im Bereich Wellness geschaffen, von einfach bis hochkomplex. Je kleiner der Raum, desto kreativer die Ideen: So wird aus stillgelegten Gäste-WCs eine Mini-Sauna oder es werden in ungenutzten Nischen maßgeschneiderte Infrarotkabinen eingebaut. Wer keinen Platz für Badewanne oder Whirlpool hat, kann auf die altbekannte Regenwalddusche zurückgreifen, die ihren Besitzerinnen mit Musik und sanfter Beleuchtung minutenweise Urlaubsgefühle beschert. 

Smarte Duschen speichern dabei die bevorzugte Temperatur und sparen so nicht nur Zeit, sondern auch Wasser. Dabei steht nicht so sehr die Faszination Technik im Vordergrund, sondern vielmehr das Erlebnis selbst sowie der Bedienkomfort und die Individualisierbarkeit. Noch dazu zeigt sich das steigende Nachhaltigkeitsbewusstsein immer öfter in Form von innovativen bis radikalen Materialien – ob Fliesen aus Eierschalen oder Steckdosen und Lichtschaltern aus in der Fleischproduktion übrig gebliebenen Knochen. 

Neben der Bedeutung des „Spa-throoms“ hat Oona Horx Strathern zufolge auch die Bedeutung der Küche weiter zugenommen. Die neue Küchenkultur steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit und Bewusstheit. Es wird wieder viel Geld in die „Conscious Kitchen“ investiert. Auch hier geht es um existenzielle Bedürfnisse. Dazu zählt nicht nur die Aufbewahrung und Zubereitung von Essen, sondern auch die Feuerstelle – Herd und Ofen – als traditionelles Zentrum der Gemeinschaft. 

Spielwiese für Groß und Klein

Der sanfte Übergang zwischen Küche und Wohnbereich gehört daher in Neubauten schon längst zum planerischen Standard-Repertoire. Neu ist jetzt, dass auch andere Funktionsbereiche in die Küche wandern. Aktuelle Raum-in-Raum-Konzepte machen aus ihr Esszimmer, Arbeitsraum und Indoor-Spielplatz in einem.

Dem Trend zum Smart Home steht verstärkt ein weiterer Trend gegenüber: Minimalismus und Degrowth – die Rücknahme des Wachstums – zeigen sich nicht nur in weniger und intuitiveren Bedienknöpfen, sondern immer öfter auch in der Wahl der Einrichtung. So kommen die Küchen von morgen mit immer weniger Ausstattung aus. 

Schnörkelige Knäufe werden durch eine schlichte Push-to-open-Bedienung ersetzt. Diese klare, aufgeräumte Linie lässt sich mit dem Fehlen der Hängeschränke fortführen. Und wer einmal seinen Bestand erfolgreich minimiert hat, wird vermutlich feststellen, dass ein Weniger an Stauraum auch ein Mehr an Übersichtlichkeit mit sich bringt, was wiederum die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung vereinfacht. 

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