Moderne Energieversorgung im Smart Grid

Juni 2015 | Wirtschaftswoche | Energieeffizienz

Moderne Energieversorgung im Smart Grid

Die Energiewende braucht Strategien und Lösungen, die Know-how aus Energie, IT und Kommunikation bündeln. Und die werden derzeit unter anderem in Dresden entwickelt.

Kiwigrid GmbH / Unternehmensbeitrag

Herr Dr. Bether, was verbirgt sich hinter Ihrem „Wir machen Energie erreichbar“?

 

Unsere Vision. Die Energieversorgung wandelt sich, vom Verbrauchs- zum Nutzerfokus, von zentral zu dezentral zu lokal und natürlich zu regenerativ und damit fluktuierender Verfügbarkeit. Kiwigrid bietet die notwendige Erfahrung und eine schlüsselfertige Infrastruktur aus Hardware, Software und dem Betrieb der Plattform, um diese Vision zu verwirklichen. 

 

Damit sind wir beim Thema „Smart Grid“?

 

Will man künftig den Einsatz von fossilen Brennstoffen begrenzen, müssen die vielen verteilten Energieerzeuger und Energieverbraucher miteinander in einem Smart Grid kommunizieren. Beim Smart Grid optimiert eine Zelle, damit ist ein Gebäude oder ein Netzabschnitt gemeint, ihre Energiebilanz zuerst selbst, kann aber nach Möglichkeit und Bedarf mit anderen Zellen Energie austauschen. Dieses Konzept ist die Basis für unsere Technologie, wir denken vom Nutzer aus und nicht mehr vom Kraftwerk.

 

Und welchen Beitrag leisten Kiwigrids Produkte?

 

Unsere Lösungen bieten wir als Baukasten an, so dass sie zum Beispiel für die lokale Eigenverbrauchsoptimierung genutzt werden können oder aber auch Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk verbinden. Dafür ist unsere Technologie echtzeitfähig sowie hoch skalierbar. Außerdem arbeiten wir mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zusammen, um den höchsten Sicherheitsanforderungen zu genügen.

 

Und das wissen Ihre Kunden zu schätzen?

 

Wir sind ein recht junges Start-up und seit 2011 als GmbH am Markt aktiv. Dennoch haben wir bereits viele Energieerzeuger angeschlossen und freuen uns über das Vertrauen von über 20 namhaften Energieversorgern und Anlagenbauern aus ganz Europa, deren Smart Grids wir entwickeln und betreiben. Ich denke, das spricht für sich. Wir bekommen mittlerweile auch Anfragen aus den USA und Asien, wo sich derzeit für uns ganz neue Märkte entwickeln. Das in Deutschland entwickelte Know-how und unsere Hard- und Software „Made in Germany“ stoßen dort auf großes Interesse. 

 

Könnten wir schon heute zu 100 Prozent erneuerbare Energien nutzen?

 

Nein, dafür sind noch einige Schlüsseltechnologien notwendig. Das wichtige Thema Speicher wird beispielsweise gerade erst adressiert. Ohne Speicherkapazitäten sind Erzeugung und Verbrauch nicht zusammenzubringen. Ein weiteres wichtiges Konzept im Smart Grid sind Flexibilitäten, also die Möglichkeit, verschiedene verschiebbare Erzeuger und Lasten zu modellieren und zu quantifizieren, um sie damit flexibel bei Bedarf einsetzen zu können.

 

Und was braucht Kiwigrid für die Zukunft?

 

Große Veränderungen gelingen nur in der Zusammenarbeit, weshalb wir unser Partner- und Kundennetzwerk stetig weiter ausbauen möchten. Außerdem benötigt die Energiewende in erster Linie Macher und Vordenker. Deshalb freuen wir uns natürlich immer über Talente, die gemeinsam mit Kiwigrid hier am Standort Dresden die Energieversorgung der Zukunft aktiv mitgestalten wollen. Für unsere Distributed-Computing-Plattform suchen wir zum Beispiel ständig Java Entwickler mit Erfahrung und Interesse im Energiebereich. Ich möchte Interessierte hiermit gern zu Kaffee und einer Live-Demonstration des Smart Grid in unser Demohaus einladen, welches wir Ende diesen Jahres eröffnen werden.

 

Dr.-Ing. Carsten Bether; Geschäftsführer der Kiwigrid GmbH

 

www.kiwigrid.com