Patientenversorgung optimieren und digitalisieren

Ein Beitrag von GHD GESUNDHEITS GMBH DEUTSCHLAND

Prof. Dr.  Christian Schmidt CEO der GHD GesundHeits GmbH Deutschland
Prof. Dr. Christian Schmidt CEO der GHD GesundHeits GmbH Deutschland
GHD GESUNDHEITS GMBH DEUTSCHLAND Beitrag

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Christian Schmidt, CEO der GHD GesundHeits GmbH Deutschland über das Potential von hospital@home
 

Herr Prof. Dr. Schmidt, wie beurteilen Sie die gegenwärtige Lage hinsichtlich der Patientenversorgung auf dem Land?

Die Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum wird immer problematischer. Ein Beispiel: In Mecklenburg-Vorpommern gehen in den nächsten drei Jahren von etwa 39 niedergelassenen Dermatologen fast 29 in Rente. Nachfolger sind bislang nicht in Sicht, so dass ein Versorgungsengpass an dieser Stelle schon jetzt absehbar ist. Diesen Trend sehen wir auch bei vielen anderen fachärztlichen Disziplinen auf dem Lande.

 

Was kann konkret zu einer besseren Versorgung führen?

Eine Antwort darauf liegt in regionalen Versorgungsnetzwerken aus Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und dem Homecare-Bereich. Letzterer hat die Möglichkeit, eine regionale Versorgung zu koordinieren und mit Hilfe digitaler Lösungen den Arzt zum Patienten nach Hause zu bringen, um eine fachärztliche Versorgung auch dort zu gewährleisten. Einige komplexe Therapien wie zum Beispiel Morbus Parkinson können auf diese Weise weitgehend ohne Klinikaufenthalt behandelt werden. Das breite Spektrum der GHD sorgt dafür, dass alle Patientenbedürfnisse vor Ort durch einen Dienstleister ermöglicht werden können.

 

Wie sehen Sie die Lage der digitalen Vernetzung im Medizin- und Pflegesektor?

Die Digitalisierung hilft enorm bei der Automatisierung von medizinischen Prozessen und der Verfügbarkeit von Patientendaten. Die größten Chancen sehe ich dabei im Etablieren einer elektronischen Patientenakte. So lassen sich die allgemeine Datenverfügbarkeit wie auch die Patientensicherheit erhöhen. Leider sind hier bisher nur sehr individuelle Lösungen von einzelnen Krankenkassen vorhanden, einheitliche Lösungen fehlen jedoch.


 
Wie sieht Ihre Zukunftsvision aus?

Die GHD ist auf dem Weg vom reinen Homecare-Betreiber zum integrierten Gesundheitsdienstleister. So helfen wir Patienten, schneller gesund und länger in den eigenen vier Wänden zu leben. Das ist auch für Krankenkassen, Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte von Interesse. Als GHD möchten wir diese Transformation tatkräftig fördern, weil wir an das Modell „hospital@home“ glauben. Dass die häusliche Versorgung deutlich ausgebaut werden sollte, hat uns zuletzt die Corona-Pandemie vor Augen geführt.

In den USA hat während der pandemischen Lage zum Beispiel das Konzept „hospital@home“ geboomt und Ärzte haben weitaus mehr Erkrankungen online in der Häuslichkeit behandelt. Ich war diesen Sommer bereits in Los Angeles, um von den Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen des Cedars Sinai Hospitals zu lernen. Wir sind hier in einem engen Austausch, denn die GHD hat sich wegen dieser Erkenntnisse entschlossen, solche Programme mit ausgewählten Partnern umzusetzen. Durch „hospital@home“ lässt sich auf lange Sicht eine drohende Unterversorgung vermeiden, ohne die Behandlungsqualität zu kompromittieren.

 

Was muss jetzt angegangen werden?

Die enge Zusammenarbeit von Kliniken, Ärzten und Homecare ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Darüber hinaus müssen wir wegen der großen Anzahl chronisch kranker Patienten und der knappen Personaldecke die digitalen Möglichkeiten nutzen, um beispielsweise per Video-sprechstunde die ärztliche und pflegerische Expertise bis zum Patienten nach Hause zu bringen. Auf diese Weise können kostenintensive Krankenhauseinweisungen vermieden werden und der Patient in seiner Häuslichkeit verbleiben.   

www.gesundheitsgmbh.de
 

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