Optimale Patientenversorgung in der Radiologie

April 2020 | Die Zeit | Zukunft Medizin

Optimale Patientenversorgung in der Radiologie

Wie man aus einem Cockpit radiologische Untersuchungen steuern kann.

Anton Quinsten (links), leitender MTRA, und Maximilian Dederichs, MTRA, arbeiten im virtuellen Scanning-Cockpit des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen.
Siemens Healthineers / Unternehmensbeitrag

Der gesteigerte Bedarf an radio-logischem Fachpersonal in Kliniken und Praxen könnte zukünftig verstärkt zu Engpässen in der Patientenversorgung führen. Mit der Einführung einer Software, die bei einer Computer (CT)- oder Magnetresonanz (MR)- Tomographie unterstützt, ist es den Medizinisch-technischen Radiologieassistenten (MTRA) des Universitätsklinikums Essen nun möglich, ortsunabhängig bis zu drei solcher Scanner gleichzeitig zu bedienen und so auch Patienten in ländlicheren Regionen fachkundig zu betreuen.

 

Steigender Bedarf an Untersuchungen und Know-how

 

Der Bedarf an MR- und CT-Untersuchungen steigt, doch immer häufiger fehlt geeignetes Fachpersonal, das die Geräte bedienen kann. Der Fachkräftemangel an MTRAs kann laut Prof. Dr. Michael Forsting, Direktor des Instituts für Diagnosti-sche und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen, in Deutschland künftig zum Problem werden. „Gegenwärtig gibt es zwar noch keine Versorgungsengpässe, aber zunehmend Probleme, Dienste zu besetzen. Das System droht zu kippen. Wenn wir jetzt nicht handeln, haben wir in ein paar Jahren schon eine echte Mangelsituation und können Patienten nicht mehr adäquat versorgen.“ (1)

Das Berufsbild MTRA ist in den letzten Jahren deutlich komplexer geworden. Stetige Weiterbildungen und Spezialisierungen sind erforderlich, um dem Hauptanspruch des Berufes, der Erstellung und Aufbereitung von Bildern in höchster diagnostischer Qualität, gerecht zu werden. Die vielfältigen Aufgaben, von der Patiententerminierung über die Patientenvorbereitung und -lagerung, bis hin zur Untersuchung und dem Gerätemanagement haben sich durch die Einführung neuer IT-Lösungen stark gewandelt. Besonders der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) führt dazu, dass ein MTRA zukünftig mehr und mehr die Rolle eines Supervisors einnehmen wird. (2)

 

Fachdiagnose aus dem virtuellen Cockpit

 

Auch die radiologische Abteilung des Universitätsklinikums Essen hat den Mangel an qualifiziertem Personal deutlich gespürt. Mit der Einführung eines sog. virtuellen Cockpits, einer Softwarelösung von Siemens Healthineers, kann das Personal nun ortsunabhängig bis zu drei Geräte gleichzeitig bedienen. Auch die ursprünglichen Bereiche des Patienten- und Untersuchungsmanagements konnten durch die Zentralisierung von Spezialisten in einem „Cockpit“ neu organisiert werden.


„Wir haben zwei neue Arbeitsbereiche festgelegt: Einmal das Patientenmanagement am jeweiligen Untersuchungs-Scanner, bei dem medizinische Assistenten den Patienten betreuen und lagern. Auf der anderen Seite sitzen die Experten an den virtuellen Cockpit-Arbeitsplätzen – die wir „Virtual Imaging Specialists“ nennen und dementsprechend ausbilden“, berichtet Anton Quinsten, leitender MTRA am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen. Die neue Einteilung der Arbeitsbereiche macht es zum einem dem Personal am Scanner deutlich einfacher, den Patienten individuell vorzubereiten und die Sicherheit bei der Durchführung des Scans zu gewährleisten, zum anderen können sich die Spezialisten im Cockpit gänzlich auf die Erstellung diagnostischer Bilder konzentrieren, um konstant höchste Qualität sicherzustellen. Darüber hinaus verkürzen die effizienteren Arbeitsabläufe den Untersuchungsablauf, was gleichzeitig die Wartezeiten für Patienten verkürzt.

 

Per Fernzugriff Kollegen und ländliche Regionen unterstützen

 

Neben dem klinischen Alltag erleichtert die Software namens „syngo Virtual Cockpit“ auch den Austausch und die Zusammenarbeit mit Kollegen außerhalb der eigenen Einrichtung. Ärzte und Kliniken in ländlicheren Regionen können sich mit Fachexperten vernetzen und so eine bestmögliche diagnostische Versorgung ihrer Patienten anbieten. Erfahrenes Fachpersonal kann sich per Fernzugriff auf andere Geräte zuschalten und so Kolleginnen und Kollegen die nötige Unterstützung zukommen lassen, die für seltene oder spezielle Verfahren notwendig ist. Dies erspart Patienten die zum Teil sehr lange Anreise oder die Verlegung in andere Einrichtungen.


Die vielfältigen Möglichkeiten, die sich mit der Einführung eines virtuellen Cockpits ergeben, optimieren somit nicht nur den radiologischen Arbeitsalltag in der eigenen Einrichtung, sondern erleichtern auch die fachspezifische Versorgung in ländlichen Regionen. „Als Radiologe ist man stets offen für neue Technologien, aber am Ende ist es immer unser Ziel, den Patientenkomfort und die medizinische Qualität zu steigern – „syngo Virtual Cockpit“ ist uns dabei eine große Hilfe“, erzählt Prof. Dr. Forsting.

 


www.siemens-healthineers.com/about

 


[1] https://roefo.thieme.de/web/guest/mtra-fachkraeftemangel (Stand: 03.05.2019)
[2] Quinsten A, et al. MTRA 4.0: Wir müssen uns verändern. Radiopraxis 2019;12: 9-17

Die hierin beschriebenen Aussagen von Kunden von Siemens Healthineers basieren auf Ergebnissen, die in dem einzigartigen Umfeld des Kunden erzielt wurden. Da es kein „typisches“ Krankenhaus gibt und viele Variablen existieren (z. B. Krankenhausgröße, Fall-Mix, Grad der IT-Einführung), kann nicht garantiert werden, dass andere Kunden die gleichen Ergebnisse erzielen.