Mit magnetischen Titankugeln die Speiseröhre im Griff

Dezember 2015 | Die Zeit | Volkskrankheiten

Mit magnetischen Titankugeln die Speiseröhre im Griff

Von der gastroösophagealen Refluxerkrankung sind in den westlichen Ländern viele Menschen betroffen. Ihnen kann mittels Antirefluxchirurgie geholfen werden.

Torax Medical / Unternehmensbeitrag

Mit dem LINX®-Reflux-Managementsystem wurde ein laparoskopisches Verfahren entwickelt, das hinsichtlich der Nebenwirkungen Vorteile gegenüber den etablierten Manschettenverfahren bietet. 

 

Die Ursache der chronischen Refluxerkrankung liegt in einem schwachen unteren Schließmuskel der Speiseröhre, dem Ösophagussphinkter. Dieser braucht also Unterstützung, damit Säure und Galle nicht aus dem Magen in die Speiseröhre (Ösophagus) hochsteigen. Hier kommt das LINX®-System ins Spiel. Das LINX®-Implantat besteht aus einem kleinen, flexiblen Ring aus einer variablen Anzahl von Titankugeln mit Magnetkern, der wiederum aus seltenen Erden (Neodym-Eisen-Bor) besteht, und um die Speiseröhre gelegt wird. 

 

Und so funktioniert das vollständig reversible LINX®-Verfahren: Im Ruhezustand ist das an den Umfang der Speiseröhre des Patienten angepasste Band geschlossen, die Kugeln ruhen aneinander – ohne Druck auf das Ösophagusgewebe auszuüben. Das Implantat bietet so Widerstand gegen abnormale Öffnungen des Schließmuskels. Bei Überschreitung eines auf das Implantat ausgeübten Grenzdrucks, etwa durch intragastralen Gasdruck oder durch einen Nahrungsbolus, öffnet sich das Band und ermöglicht die Passage. Hierdurch wird ein ungestörter Schluckakt gewährleistet und ebenso der bisher bei anderen Operationsverfahren beobachtete Nebeneffekt des „Gas Bloating“ reduziert. Durch die permanente Magnetkraft soll ein dauerhaftes Operationsergebnis ohne Abnutzungseffekt garantiert werden. Ein Vorteil zur Fundoplikatio, bei der es im Langzeitverlauf häufig zu Manschettenlockerungen und somit zu Refluxrezidiven, also zu Rückfällen, kommt. 

 

WELTWEIT ERFOLGREICHER EINSATZ

 

Weltweit wurden bis dato etwa 4.000 LINX®-Implantationen durchgeführt. Aktuell kommt die Operation deutschlandweit in etwa 25 auf Reflux spezialisierten Zentren zum Einsatz – etwa in den Einrichtungen der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel,
wo seit Juli 2011 insgesamt 178 LINX®-Band-Implantationen vorgenommen wurden. Und zwar mit großem Erfolg, wie auch internationale Studien belegen: Bei 94 Prozent der Patienten hat sich durch die Operation die Situation verbessert. Auf der Digestive Disease Week (DDW) 2015 in Washington, D.C. (USA), vorgestellte 5-Jahres-Daten bestätigen eine überzeugende, anhaltende Symptomverbesserung durch die LINX®-Implantation. Seit September 2015 ist das LINX®-Reflux-Managementsystem uneingeschränkt MRT tauglich – gilt bis zu einer Feldstärke bis 1,5 Tesla. 

 

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