Aktionismus verstellt Blick auf Lösungen

Dezember 2015 | Die Zeit | Volkskrankheiten

Aktionismus verstellt Blick auf Lösungen

Die Gesellschaft ändert sich. Die Lebenserwartung steigt. Der Anteil älterer Menschen wächst. Sitzende Tätigkeiten beherrschen unseren Alltag.

Initiative »Schmeckt Richtig!« / Anzeige

Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sind auf dem Vormarsch. Zu den Ursachen wird weltweit geforscht, manchmal auch spekuliert und oft leidenschaftlich gestritten. Nach allem was die heutige Studienlage hergibt, kommen Veranlagung ebenso wie psychische Faktoren, der persönliche Lebensstil, Stress oder Schlafmangel in Frage. Die Liste ist bereits lang und sie wird länger. Eine gesellschaftliche Debatte, wie Zivilisationskrankheiten vorzubeugen und einzudämmen sind, ist notwendig. Sie muss aber mit Blick auf die Komplexität und die tatsächlichen Ursachen geführt werden. Einzelne Faktoren oder zum Beispiel auch einzelne Nährstoffe wie Zucker in unseren Lebensmitteln als Auslöser herauszustellen und zu dämonisieren, greift zu kurz. 

 

URSACHEN BENENNEN STATT DÄMONISIEREN

 

Wer auf der Suche nach vermeintlich schnellen und einfachen Lösungen Werbeverbote oder eine Steuer beispielsweise auf zuckerhaltige Lebensmittel fordert, verkennt die Komplexität. Noch schlimmer: Dadurch wird der Blick verstellt, wirklich etwas gegen lebensstilbedingte Krankheiten zu unternehmen. Wer hier erfolgreich sein will, muss das Gesamtpaket aus Ernährung, Bewegung, Genuss und Lebensstil im Blick haben. 

 

Letztlich entscheidet die Energiebilanz über das Gewicht. Darüber herrscht Einigkeit in der Wissenschaft. Die Energiebilanz ergibt sich aus dem Vergleich der Energiemenge, die man über die Nahrung aufnimmt, mit der Energiemenge, die man verbraucht. Die Reduktion eines Nährstoffs bleibt praktisch wirkungslos, solange die Gesamtbilanz von Kalorienaufnahme und -verbrauch nicht stimmt. „Wir möchten zu einer Versachlichung der Debatte beitragen und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und Studien den Dialog führen“, unterstreicht Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ).

 

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