Schlaganfall: Ursache PFO

Dezember 2021 | stern | Meine Gesundheit

Schlaganfall: Ursache PFO

Prof. Dr. med. Heyder Omran Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, St.-Marien-Hospital Bonn
Abbott Medical GmbH / Beitrag

Ein Schlaganfall kann jeden Menschen treffen. Häufig ist eine verschlossene Arterie der Auslöser. Die Ursache kann aber auch in einem PFO liegen, einem persistierenden Foramen ovale. So heißt die kleine Verbindung zwischen dem rechten und linken Vorhof, die beim Embryo sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf leitet. „Bei mehr als 75 Prozent der Menschen schließt sich das PFO unmittelbar nach der Geburt. Bei den anderen 25 Prozent bleibt es hingegen offen“, erklärt Prof. Dr. med. Heyder Omran, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am St.-Marien-Hospital in Bonn. „Das hat meistens keine Folgen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass bei kryptogenen, also ungeklärten Schlaganfällen, überproportional häufig ein PFO vorliegt.“

 

Im Lauf des Lebens steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Thrombus, also ein Blutgerinnsel, bildet – zumeist in der Becken- oder Beinvene. Bestimmte Faktoren wie langes Sitzen oder Bettlägerigkeit erhöhen das Risiko. „Durch das PFO kann der Thrombus direkt in den linken Vorhof gelangen, von dort aus ins Gehirn und hier einen Gefäßverschluss verursachen“, beschreibt es Omran. 

 

Schlaganfallpatienten mit einem PFO können medikamentös mit Blutgerinnungshemmern, aber auch durch einen interventionellen, katheterbasierten Eingriff behandelt werden, um einen weiteren Schlaganfall zu vermeiden. „Seit mehr als 20 Jahren stehen Systeme zum Verschluss des PFOs zur Verfügung. Sie haben gemeinsam, dass sie über einen Herzkatheter eingeführt werden und das Loch mit einem Schirmchen-Implantat wie dem Amplatzer™ PFO-Okkluder von Abbott verschließen“, erklärt Experte Omran. Der Eingriff wird heute fast immer unter Sedierung durchgeführt und ist extrem sicher. Mehrere Vergleichsstudien konnten beweisen, dass die interventionelle Therapie insbesondere bei jüngeren Patienten und bei Patienten mit Risikomerkmalen der medikamentösen Therapie überlegen ist. „Daher empfehlen medizinische Fachgesellschaften gerade bei diesen Patienten eine interventionelle Therapie“, so das Fazit von Chefarzt Omran.

 

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