Digitale Prozesse im Gesundheitswesen besser nutzen

Ein Interview mit Prof. Dr. med. Christian Schmidt – CEO der GHD Unternehmensgruppe
Prof. Dr. med. Christian Schmidt ist CEO der GHD Unternehmensgruppe. Der Manager und Mediziner engagiert sich für eine effizientere Patientenversorgung, für die der richtige Einsatz von digitalen Lösungen aus seiner Sicht ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.
Prof. Dr. med. Christian Schmidt ist CEO der GHD Unternehmensgruppe. Der Manager und Mediziner engagiert sich für eine effizientere Patientenversorgung, für die der richtige Einsatz von digitalen Lösungen aus seiner Sicht ein entscheidender Erfolgsfaktor
GHD Unternehmensgruppe Beitrag

Herr Prof. Dr. Schmidt, die Effizienz digitaler Prozesse im Gesundheitswesen ist ein Thema, das Sie schon seit einiger Zeit beschäftigt. Wie haben Sie zu diesem Thema gefunden?
Schon seit meinem Studium beschäftigt mich der Gedanke, eine bessere medizinische Patientenversorgung in Deutschland zu etablieren. In den kommenden Jahren wird der Wettbewerb um qualifiziertes Personal ein entscheidendes Thema sein. Dabei spielen die Automatisierung und Digitalisierung der medizinischen Kernprozesse eine wichtige Rolle. Wir werden mit weniger Mitarbeitern dieselben Leistungen bei gleicher Qualität erbringen müssen und zudem erwartet eine Generation Y digitale Arbeitsbedingungen. Schließlich können mit digitaler Technik innovative Versorgungslösungen – gerade im ländlichen Raum – ermöglicht werden.

Welchen Verbesserungsbedarf sehen Sie im Gesundheitssystem?
Wir sind in den Krankenhäusern mit digitalen Prozessen schon sehr weit. In den Arztpraxen auf dem Land sieht es jedoch anders aus: Nur 5 % der Praxen sind dort mit digitalen Akten ausgestattet. Dadurch kann ein Bruch in der Informationsweiterleitung entstehen. Deshalb benötigen wir künftig Gesundheits-Koordinatoren, wie die GHD, um diese Versorgungslücke zwischen Krankenhaus und Arztpraxis zu schließen.

Seit April sind Sie CEO bei der GHD Unternehmensgruppe. Wo steht die GHD in puncto Digitalisierung?
Die GHD ist in den Bereichen Homecare, pharmazeutische Therapien und Rehabilitation tätig. Homecare bedeutet, dass wir beispielsweise Patienten mit künstlichen Darmausgängen oder nicht heilenden Wunden mit medizinischen Hilfsmitteln zu Hause versorgen. Unser breites Portfolio schafft die Möglichkeit, sich als präferierter Partner für Krankenhäuser und Krankenkassen zu etablieren. Denn die Verringerung der Verweildauer wird für Krankenhäuser immer wichtiger. Genau dafür wird ein reibungsloser Datenaustausch benötigt – diesen stellen wir über unser cloudbasiertes CRM-System sicher. Wir bieten zudem digitale Dienstleistungen, wie Videosprechstunden für Wundpatienten und elektronische Pflegeberatungen zu Hause an. So kann eine optimale Versorgung in allen Bereichen der GHD mit hoher Qualität gewährleistet werden.

Sehen Sie die Gefahr, dass die Digitalisierung zu mangelnder Empathie und Zuwendung führen kann?
Die Digitalisierung ersetzt weder den Arzt noch die Pflegekraft. Sie kann jedoch wichtige Prozesse der Patientenversorgung vom Krankenhaus bis nach Hause ermöglichen. So gewährleisten wir eine Versorgung ohne Brüche. Die Menschlichkeit und Fürsorge für den Patienten dürfen jedoch niemals verloren gehen. Genau dafür gestaltet die GHD diese Modelle zusammen mit Experten, um Patienten und Ärzten optimale Versorgungsketten anzubieten.  

Wie sieht Ihre Vision für die Gesundheitsbranche und Ihr Unternehmen in zehn Jahren aus?
Die GHD der Zukunft ist ein systemrelevanter Koordinator von regionalen Versorgungsmodellen. Wir leiten den Patienten vom Krankenhaus nach Hause und nach Bedarf danach in die Rehabilitation über. Unser Ziel ist es, die bestmögliche Versorgung der Patienten in jeder Region zu gewährleisten.  Durch exzellente Modelle der Versorgung sowie unterstützende umfassende digitale Lösungen ermöglichen wir ‚hospital@home‘.

www.gesundheitsgmbh.de

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