Seit über dreieinhalb Jahren arbeite ich als Business Unit Director für Atemwegserkrankungen und Immunologie bei AstraZeneca. Dabei begegnen mir täglich das Thema schweres Asthma und die Geschichten von Menschen, deren Alltag dadurch stark beeinträchtigt ist.
VERSORGUNGSDATEN ZEIGEN VERSORGUNGSLÜCKE
Dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt, zeigt das digitale ATLAS-Tool. Es wertet bundesweite Verschreibungsdaten aus Arztinformationssystemen aus und macht so gezielt Versorgungslücken sichtbar:
In Deutschland leben rund 6,7 Millionen Menschen mit Asthma, etwa zehn Prozent davon mit schwerem Verlauf (GINA-Stufe 5).2’3 Für sie sehen die Leitlinien den Einsatz von Biologika (Antikörper, die gezielt die zugrundeliegende Entzündung angehen) als bevorzugte, zusätzliche Therapieoption vor, wenn alle inhalativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind oder eine Dauertherapie mit Kortisontabletten vorliegt.3
Aber:
• Dreiviertel derjenigen, die für Biologika infrage kämen, erhalten diese Therapie NICHT.1
• Über 17 % Prozent der Patient:innen in GINA-Stufe 5 erhalten eine Langzeittherapie mit Kortisontabletten, trotz des hohen Nebenwirkungsrisikos.1
Es gibt also vielfältige Therapieoptionen, die in den Leitlinien mit klaren Empfehlungen verankert sind.3’4 Aber es hapert an der Umsetzung in der Praxis.
KORTISONTABLETTEN SIND KEINE STABILE DAUERLÖSUNG
Vor allem der langfristige oder wiederkehrende Einsatz von Kortisontabletten ist alarmierend. Kortison ist bei schwerem Asthma in Akutsituationen oft essenziell, doch eine dauerhafte Einnahme erhöht das Risiko für Nebenwirkungen wie Osteoporose, Diabetes, Hautveränderungen und Gewichtszunahme deutlich.3
Hier besteht also dringender Handlungsbedarf. Denn Menschen mit schwerem Asthma haben Anspruch auf eine leitliniengerechte Behandlung. Dafür müssen wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Denn was bringt uns medizinischer Fortschritt, wenn er die Patient:innen nicht erreicht?
AUFKLÄRUNG FÜR EINE BESSERE VERSORGUNG
Wir bei AstraZeneca sehen es als unsere Verantwortung, einen Beitrag zu einer besseren Versorgung von Atemwegserkrankungen zu leisten. Darum haben wir mit Pneumolog:innen die Aufklärungskampagne „Zeit, deine Asthmatherapie aufzupolieren?“ gestartet (s. Infokasten). Sie richtet sich an Patient:innen, Angehörige und Ärzt:innen, um Wissen zu vertiefen und den Einsatz von Langzeittherapien mit Kortisontabletten zu reduzieren. Ich bin überzeugt: Aufklärung ist ein zentraler Schlüssel. Wenn wir Patient:innen befähigen, ihre Behandlung mitzugestalten, und Ärzt:innen unterstützen, moderne Optionen konsequent anzuwenden, schließen wir die Lücke. Erst dann können Menschen mit schwerem Asthma wieder frei durchatmen – im wahrsten Sinne des Wortes.