Hitze & Haut

Juni 2021 | Die Zeit | Gesundheit & Volkskrankheiten

Hitze & Haut

Der Sommer ist für die menschliche Haut eine stressige Jahreszeit.

Illustration: Maria Martin
Olaf Strohm / Beitrag

Sommer, Sonne, Hitze: Stress für die Haut. Bei Hitze produzieren bis zu vier Millionen Schweißdrüsen bis zu zehn Liter Wasser pro Tag, das mit Salzen, Mineralen, Fettsäuren, Eiweißen sowie Spuren von Ammoniak und Harnstoff versetzt ist. Der Schweiß erzeugt bei seiner Verdunstung auf der Haut Kälte, und so wird die Körpertemperatur gesenkt. Eiweiße, die auf der Haut zurückbleiben, vertilgen Bakterien, die auf der menschlichen Haut leben. Ihre Ausscheidungen sorgen für den typischen Schweißgeruch.


Ein Mittel gegen den Schweißgeruch ist das Duschen. Aber bitte nicht zu heiß – und mit wenig Seife. Denn Seife zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Dann können sich Ekzeme bilden, lokale Hautentzündungen, die oft mit einem lästigen Juckreiz einhergehen, der zum Kratzen verleitet. Dadurch wird aber der Juckreiz oft noch verstärkt. Ein Teufelskreis.

 

»Manche Haut reagiert auf Hitze mit Pusteln, Bläschen oder Quaddeln.«

 

Wichtig ist deshalb eine tägliche Hautpflege, die rückfettend wirkt und die Haut mit der nötigen Feuchtigkeit versorgt. Sorgfältiges Eincremen kann auch dazu beitragen, dass der Juckreiz nachlässt. Klingen Entzündungen der Haut auch langfristig nicht ab, könnte es sich um Neurodermitis oder Psoriasis handeln. Beides sind entzündliche Hauterkrankungen, die in Schüben verlaufen. Neurodermitis zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen in Deutschland. Schätzungsweise 3,8 Millionen Menschen sind von ihr betroffen. Bei den Ursachen gehen Experten von einer Kombination aus genetischer Veranlagung sowie speziellen Auslösern wie Stress, Parfüm oder Nahrungsmitteln aus.


Während die Häufigkeit von Neurodermitis mit dem Alter abnimmt, nimmt die Zahl der Menschen, die unter Psoriasis, Schuppenflechte, leiden, im Alter eher zu. Bei Psoriasis wächst die Oberhaut unkontrolliert, die Zellen der obersten Hautschicht, der Epidermis, wandern siebenmal schneller an die Hautoberfläche als bei gesunden Menschen. Zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser chronischen Hautkrankheit.


Schuppenflechte kann auch Gelenke und andere Organe betreffen. Als Ursache gilt eine vererbte genetische Veranlagung. Dazu kommen verschiedene Risikofaktoren. Mehr als die Hälfte aller Betroffenen erkrankt vor dem 40. Lebensjahr erstmals. Die Krankheit verläuft in aller Regel chronisch oder in wiederkehrenden Schüben, wobei kürzere oder längere akute Phasen mit Perioden ohne oder mit wenigen Symptomen wechseln können. Eine endgültige Heilung ist bisher nicht möglich, wohl aber eine wirksame Therapie.


Manche Haut reagiert auf Hitze mit Pusteln, Bläschen, Quaddeln oder sogar mit stechendem Schmerz. Dieser Schwitz- oder Schweiß-Nesselsucht, auch Hitzeallergie genannt, sollte man mit Abkühlung begegnen. Helfen kann bereits ein kühlendes Getränk oder Eiswürfel, die auf den betroffenen Stellen platziert werden. Hitzepickel entstehen, wenn die Ausführungsgänge von Schweißdrüsen verstopfen. Dazu kommt es besonders häufig bei hoher Umgebungstemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit. Als Vorbeugung hilft luftige Kleidung.


Dazu raten Ärzte: Viel trinken! Die Haut verliert ständig Feuchtigkeit. In Obst und Gemüse steckt Vitamin C, das gut für die Kollagensynthese, also für die Hauterneuerung, ist. Ebenso wichtig ist Bewegung an der frischen Luft. Dieser Rat  gilt auch bei Hitze. Denn: Die Haut braucht frische Luft.