Schutz für die Haut

Februar 2018 | Die Zeit | Frauengesundheit

Schutz für die Haut

Sie ist das größte und schönste Organ des Menschen: die Haut. Sie ist Witterungseinflüssen ausgesetzt und muss daher besonders gepflegt werden.

Illustration: Maria Horn
Mirko Heinemann / Redaktion

Die Haut bestimmt, wie wir auf andere wirken. Was wir von anderen Menschen als erstes sehen, ist ihre Oberhaut, auch Epidermis genannt. Sie ist die oberste Hautschicht und kann bis zu vier Millimeter dick werden. Fünf Schichten hat allein die Oberhaut, darunter folgen drei weitere Hautschichten. Ganz dünn ist die Außenhaut, sie besteht nur aus drei Schichten von abgestorbenen Zellen. Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, besitzt zwei Milliarden Hautzellen, viele werden fortlaufend ersetzt. So bekommen wir alle 27 Tage eine völlig neue Außenhaut. Ansonsten besteht die Epidermis aus lebenden Zellen, die Hornstoff produzieren, das Keratin. Das Keratin ist wasserabweisend und verleiht der Haut Festigkeit. Mit einer Fläche von 1,5 bis zwei Quadratmetern ist die Haut unser größtes Sinnesorgan. Sie macht rund ein Sechstel des Körpergewichtes aus.

Reaktionen bei Hitze und Kälte

Bei Anstrengungen und bei hohen Temperaturen beginnt die Haut eine salzhaltige Flüssigkeit abzusondern: Schweiß. Diese Funktion der Haut hilft dem Menschen, seine Körpertemperatur bei etwa 37 Grad Celsius zu halten. Während Wechselblüter, zu denen die Reptilien zählen, mit der Außentemperatur auch ihre Körpertemperatur verändern, muss der Mensch ein aufwändiges Heizungs- und Kühlungssystem in Betrieb halten. Bei Kälte beginnen Muskeln zu zittern, bei Hitze produzieren bis zu vier Millionen Schweißdrüsen bis zu zehn Liter Wasser pro Tag, das mit Salzen, Mineralen, Fettsäuren, Eiweißen sowie Spuren von Ammoniak und Harnstoff versetzt ist. Der Schweiß erzeugt bei seiner Verdunstung auf der Haut Kälte, und so wird die Körpertemperatur gesenkt. Eiweiße, die auf der Haut zurückbleiben, vertilgen Bakterien, die auf der menschlichen Haut leben. Ihre Ausscheidungen sorgen für den typischen Schweißgeruch.

Wie aber kommt es, dass wir durch die Haut Temperatur fühlen können? Dafür zuständig sind die Rezeptoren. Es gibt verschiedene Rezeptoren für den Tastsinn, für Wärme und Schmerz. Das sind wundersame Sinneszellen, die mechanische Kräfte in Nervenerregung umwandeln. Sie heißen Meissner-Tastkörperchen, Ruffinische Endorgane oder Krausesche Endkolben und reagieren auf Berührungen, auf Wärme und auf Kälte. Den Schmerz hingegen transportieren bis zu vier Millionen freie Nervenenden, die sich ganz nah an der Hautoberfläche befinden. Auf einem Quadratzentimeter Haut liegen etwa 200 Schmerzpunkte, zwei Wärmepunkte und 13 Kältepunkte.

Manche Haut reagiert auf Hitze mit Pusteln, Bläschen, Quaddeln oder sogar mit stechendem Schmerz. Dieser Schwitz- oder Schweiß-Nesselsucht, auch Hitzeallergie genannt, sollte man mit Abkühlung begegnen. Helfen kann bereits ein kühlendes Getränk oder Eiswürfel, die auf den betroffenen Stellen platziert werden. Hitzepickel entstehen, wenn die Ausführungsgänge von Schweißdrüsen verstopfen. Dazu kommt es besonders häufig bei hoher Umgebungstemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit. Als Vorbeugung hilft luftige Kleidung.

Achtung: trockene Luft!

Die Haut gibt bei trockener Luft mehr Feuchtigkeit in die Umgebung ab und trocknet aus. Sie neigt auch mehr zu Reizungen, Rötungen und Entzündungen. Der über der äußeren Hornschicht liegende Schutzfilm, der aus Schweiß und Talg besteht, verliert seine schützende Wirkung. Abhilfe können Cremes schaffen, sowohl als Schutz gegen die Kälte als auch bei der Regeneration. Der Gesichtshaut, die in besonderem Maß der Witterung ausgesetzt ist, kann eine Feuchtigkeitsmaske helfen. Eine Nachtcreme hilft bei der Regeneration. Zu Hause sollte die Luftfeuchtigkeit bei mehr als 40 Prozent liegen, allerdings auch nicht mehr als 60 Prozent. Sonst kann sich Schimmel bilden. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mit einem Messinstrument namens Hygrometer bestimmen, das es schon für wenige Euro im Einzelhandel gibt. Wäsche trocknen, Nudeln kochen oder einen Luftbefeuchter aufstellen.
Dazu raten Ärzte: Viel trinken! Die Haut verliert ständig Feuchtigkeit. Halten Sie den Körper auch von innen feucht. So regt zum Beispiel Ingwertee zusätzlich die Durchblutung an und wärmt von innen. Dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht, stimmt übrigens nicht. In Obst und Gemüse steckt Vitamin C, das gut für die Kollagensynthese, also für die Hauterneuerung, ist. Ebenso wichtig ist Bewegung an der frischen Luft. Das gilt auch bei starker Kälte. Die Haut braucht frische Luft.

Keine Angst vor der Sonne

Wenn die Strahlen der Sonne stärker auf die Haut scheinen, wechselt die Haut ihre Farbe. Sie wird dunkler. Das bewerkstelligen so genannte Melanozyten, die in der Oberhaut stecken. Diese Zellen produzieren das Pigment Melanin, das die Haut bräunt. Damit werden die gefährlichen UV-Strahlen aufgehalten, so dass sie nicht in tiefere Hautschichten vordringen können. Ist die Strahlung der Sonne sehr stark, kann sie die Melanozyten schädigen. Sie können sich in Tumorzellen verwandeln. Hautkrebs droht. Gerade in den ersten warmen Tagen im Frühling ist daher Sonnenschutz in besonderem Maß angeraten. Denn die Haut ist durch den langen Winter unvorbereitet und muss erst ihre Melanin-Produktion ankurbeln. Zugleich steht die Sonne Anfang bis Mitte März bereits so hoch wie Ende August, in der oft klaren, kalten Luft werden ihre Strahlen noch weniger gefiltert als im Sommer. Axel Hauschild, einer der international führenden Hautkrebs-Experten, sieht einen Grund für den Anstieg der Hautkrebsraten in dem veränderten Freizeitverhalten - hin zu mehr Exposition. „Wir setzen unsere Haut dem Sonnenlicht stärker aus als früher. Und dazu kommt, dass immer mehr junge Leute in Solarien gehen.“ Die kurzwelligen UV-B-Strahlen sind verantwortlich für Sonnenbrand und einer der Hauptauslöser für Hautkrebs. Die langwelligen UV-A-Strahlen verursachen Bräunung und Hautalterung, weil das langwellige Licht tiefer in die Haut eindringt und die elastischen Fasern schädigen kann. Das kurzwellige Licht verbleibt in der Oberhaut, ist aber sehr intensiv. Dort befinden sich die Zellen, die für die Hautkrebs-Umwandlung empfindlich sind.

Lichtschutzmittel für Kinder ab zwei Jahre sind sehr gut untersucht, und es hat sich durchgängig gezeigt, dass der chemische Lichtschutzfaktor keinerlei negative Auswirkungen hat. Wer partout keine Chemie möchte, kann rein mineralischen Lichtschutz wählen, etwa auf Basis von beispielsweise Titandioxid.