Etwa jede zehnte Frau leidet unter Endometriose – einer chronischen Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Die Folgen sind oft starke Schmerzen, Zyklusprobleme oder unerfüllter Kinderwunsch. Bis heute gilt die Erkrankung als schwer behandelbar – umso bedeutender ist eine medizinische Entwicklung, die aktuell für viel Aufmerksamkeit sorgt: In der überarbeiteten ärztlichen Leitlinie zur Endometriose wurde medizinisches Cannabis erstmals als mögliche Behandlungsoption aufgenommen.
Die sogenannte S2k-Leitlinie dient Ärzt:innen als wichtige Orientierung für die Diagnose und Therapie. Laut der neuen Fassung kann Cannabis bei Patientinnen über 25 Jahren mit chronischen Endometriose-Schmerzen als individueller Therapieversuch infrage kommen, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend helfen. Damit wird erstmals offiziell anerkannt, was viele Betroffene seit Jahren berichten: Dass ihnen medizinisches Cannabis Linderung verschaffen kann – nicht nur bei Schmerzen, sondern auch bei Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen.
„Die Aufnahme in die Leitlinie ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sichtbarkeit und besseren Behandlungsoptionen“, sagt Adele Hollmann, wissenschaftliche Expertin des Berliner Cannabisunternehmens Sanity Group. „Sie ermöglicht Patientinnen und Ärzt:innen mehr Sicherheit im Umgang mit Cannabisarzneimitteln – und schafft zugleich die Grundlage für eine fundierte Aufklärung.“
Der Zugang zu medizinischem Cannabis ist in Deutschland seit 2017 gesetzlich geregelt. Für eine Behandlung braucht es eine ärztliche Verordnung, meist durch spezialisierte Praxen. Die Kosten können in begründeten Fällen von der Krankenkasse übernommen werden. Dass nun auch die Fachgesellschaften das Potenzial von Cannabis bei Endometriose anerkennen, lässt viele hoffen – auf weniger Schmerzen, mehr Lebensqualität und mehr Wahlfreiheit in der Therapie.
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Adele Hollmann, Senior Scientific Affairs Manager bei der Sanity Group