Es werde nass!

Vom eigenen Brunnen bis zum Regenwasser: Eigenes Wasser nutzen

Illustration von Carina Crenshaw
Illustration von Carina Crenshaw
Mirko Heinemann Redaktion

In vielen Regionen Deutschlands hat die Dürre bereits zu Wassermangel geführt. In Berlin und Brandenburg etwa ist die Situation bereits dramatisch: Die Pegelstände von Grundwasser, Flüssen dun Seen sinken, im Gegenzug stiegt aber der Wasserverbrauch in der Region. Das liegt zum einen an Industrieansiedlungen wie die Tesla-Fabrik östlich von Berlin, aber auch die wachsende Anzahl von privaten Swimming-Pools und die zunehmende Bewässerung von Zier- und Nutzgärten lässt der Wasserverbrauch in die Höhe schnellen. Aber auch dort, wo es noch genügend Wasser gibt, trüben hohe Gebühren für Wasser und Abwasser den unbeschwerten Spaß an Bewässerung und privaten Badefreuden.

Brunnen bohren

Eine Lösung für die autarke Versorgung mit Wasser ist das Graben eines eigenen Brunnens im Garten. Ein eigener Brunnen für die Bewässerung gilt als nachhaltig, weil das entnommene Grundwasser wieder zum Gießen verwendet wird und somit dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt wird. Außerm wird damit kein Trinkwasser zum Bewässern genutzt. Wer aber glaubt, jetzt einfach losgraben oder -bohren zu wollen: Der Brunnenbau ist in der Regel genehmigungspflichtig. Jeder Grundwasserbrunnen muss demnach bei der zuständigen lokalen Behörde, meist die untere Wasserbehörde, gemeldet werden. Andernfalls drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Auskunft geben die örtlichen Landeswassergesetze (LWG).

Die Kosten für den Brunnenbau können recht unterschiedlich ausfallen. Bei einem Rammbrunnen wird ein Metallrohr etwa sechs bis sieben Meter tief in den Boden gerammt, das Wasser anschließend mit einer handbetriebenen Schwengelpumpe entnommen. Kosten: einige hundert Euro. Die zweite Variante, ein Schachtbrunnen, ist aufwändiger zu bauen. Er wird bis zu zehn Meter tief gegraben und de Schacht aufgemauert. Kosten: mehrere tausend Euro.

Während diese beiden Brunnentypen eher geringe Wassermengen liefer, kann der Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk oder Tiefbrunnenpumpe viele tausend Liter pro Stunde liefern. Dieser Brunnen muss kann tiefer als zehn Meter sein und muss fachmännisch gebohrt werden. Kosten: mehrere tausend Euro.

Regenwasser sammeln

Eine Alternative bieten Regenwassertonen oder Zisternen. Das einfachste System ist eine Tonne aus Plastik, die an die Regenrinne angeschlossen wird. Aus der Tonne kann Regenwasser geschöpft, per Hahn abgelassen oder mit einer Gartenpumpe herausgepumpt werden. De Tonnen gibt es in Größen von 50 bis 500 Litern. Immer öfter werde auch IBC-Container verwendet, das sind standardisierte kubische Tanks mit einem Volumen von 1000 Liter, die auch im Transportwesen genutzt werden. Die Kosten für Regenwassertonnen sind überschaubar. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie nicht unbedingt frostsicher sind. Das heißt: Im Winter, wenn der meiste Regen fällt, müssen sie entleert und abgeklemmt werden. Wer Regenwasser das ganze Jahr sammle und nutzen möchte, kann sich eine professionelle Zisterne anschaffen. Sie wird unterirdisch installiert, besteht entweder aus Kunststoff oder aus Beton und kann bis zu 10.000 Liter oder mehr Regenwasser aufnehmen. Ein installierte Pumpe fördert das Wasser zutage. Wer will, kann mit dem Regenwasser sogar seine Toilette betreiben und auf diese Weise viel Trinkwasser sparen. Allerdings sind Zisternen nicht ganz billig: Je nach Ausführung und Größe kosten sie mehrere tausend Euro, dazu kommen die Kosten für den Erdaushub und die Technik.

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