Frau Schwetzke, wegen des Medienkonsums ihrer Kinder sind viele Eltern verunsichert. Helfen Verbote?
Es ist verständlich, dass Eltern ihre Kinder vor den Risiken der Mediennutzung schützen wollen – zur Not auch mit strengen Maßnahmen. Ein generelles Verbot ist aus medienpädagogischer und kinderrechtlicher Sicht aber nicht zielführend. Denn Kinder haben nicht nur ein Recht auf Schutz, sondern auch auf Information und Beteiligung.
Was soll ich tun, wenn mein Kind das Handy nicht weglegen will?
Handeln Sie die Regeln zur Handynutzung gemeinsam aus – dann erleben die Kinder sie als verbindlicher. Technische Hilfen wie Kinderschutz-Apps können unterstützen, Zeiten einzuhalten. Versuchen Sie außerdem, Ihr eigenes Medienverhalten zu reflektieren – denn Eltern sind Vorbilder.
Kann ich mein Kind vor Mobbing und anderen Gefahren im Netz schützen?
Es gibt viele Möglichkeiten, wie Eltern ihre Kinder sensibilisieren und ihnen beistehen können. Sprechen Sie früh über Privatsphäre und persönliche Daten und benennen Sie klare Sicherheitsregeln. Kinder sollten wissen, welche Inhalte nicht ins Netz gehören. Zeigen Sie Ihrem Kind Meldemöglichkeiten auf den Plattformen oder Hilfsangebote wie Online-Beratungen, damit es weiß, wo es Unterstützung finden kann.
Wie bringe ich meinem Kind einen guten Umgang mit Medien bei?
Medienkompetenz entsteht durch begleitete Erfahrungen. Suchen Sie altersgerechte Angebote und entdecken Sie diese gemeinsam mit Ihrem Kind. Kindersache.de – die Kinder-Internetseite des Deutschen Kinderhilfswerkes – bietet Kindern zum Beispiel einen geschützten und werbefreien Raum, um sich zu informieren, auszutauschen und eigene Beiträge zu veröffentlichen.
Das Deutsche Kinderhilfswerk macht Kinder und Eltern für einen sicheren und kompetenten Umgang mit Medien fit. Alle kostenfreien Angebote finden Sie unter: dkhw.de/medien
Berit Schwetzke, Medienpädagogin und Kinderrechte-Expertin beim Deutschen Kinderhilfswerk