Trend zur Netzwerkpartnerschaft

März 2019 | Wirtschaftswoche | Technologien der Zukunft

Trend zur Netzwerkpartnerschaft

Die Nutzung von IT-Services über die Cloud wird immer beliebter. Dabei gilt es, einige Regeln zu beachten.

Illustration: Agata Sasiuk
Axel Novak / Redaktion

Cloud Services sind mittlerweile in Deutschland weit verbreitet. Fast zwei Drittel aller Unternehmen in Deutschland nutzen bereits Cloud Computing, knapp ein Drittel greift sogar auf solche Dienste im Internet zurück, hat der Cloud-Monitor 2018 von Bitkom Research ergeben. Und dieser Boom soll weitergehen: Prognosen zufolge wird der globale Umsatz mit der Cloud von aktuell 246 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2020 auf 383 Milliarden Dollar steigen.

Für viele kleine und mittlere Unternehmen sind Cloud-basierte Dienste eine gute Alternative zu eigener IT. Denn sie verlangen geringe Investitionen in die eigene Infrastruktur, bieten oft aktuell gewartete Systeme und Zugriff auf die Anwendungen von unterschiedlichen Standorten aus. Die Unternehmen fahren in der Regel gut damit: Bei Mobilität, Skalierbarkeit, Flexibilität und der Performance schneiden Cloud-Lösungen in der Regel gut ab.

Greifen Unternehmen auf Cloud-Lösungen zurück, stehen sie vor einigen Herausforderungen. Vor allem bei der Nutzung mehrerer Cloud-Provider, der sogenannten Multi-Cloud, müssen Unternehmen eine hohe technologische und kaufmännische Komplexität bewältigen. Die Kosten sowie der Implementierungs- und Administrationsaufwand sind gelegentlich hoch. Hinzu kommt eine komplexe Datenintegration und natürlich die Sicherheit: Bei der Verarbeitung von sensiblen Unternehmensdaten in der Cloud stehen viele Unternehmen vor unbeantworteten Fragen zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz.
 

„Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen ist es wichtig zu beachten, dass die Anforderungen an eine solche IT immer mehr wachsen und es immer schwieriger wird, dieses Know-how intern entsprechend vorzuhalten“, sagte Prof. Sachar Paulus in einem Interview mit der IHK Rhein-Neckar. Paulus ist Beirat der Initiative Deutschland „Sicher im Netz“. Für ihn sind die Unternehmen gut beraten, wenn sie auf externe Dienstleister zugreifen, weil die Cloud-Anbieter in der Regel über das notwendige Service-Know-how verfügen. Zudem seien die Systeme, die externe Dienstleister anbieten, in der Regel sicherer als die, die Unternehmer selber betreiben.

Grundsätzlich jedoch gibt es einige Regeln, mit denen Unternehmen ihre IT und ihre Cloud-Lösungen sicherer managen können – und die erstaunlicherweise noch immer nicht zum Sicherheitsstandard vieler Unternehmen gehören. Zum einen müssen alle IT-Systeme auf dem aktuellen Stand sein. Schließlich liefern die Software-Hersteller wichtige Sicherheitsupdates nach. Auch sind die klassischen Sicherheitslösungen wie Firewall und Anti-Malware immer noch aktuell und wirksam. Zudem müssen alle Bereiche regelmäßig und durchgängig per Backup gesichert werden, um im Falle eines Sicherheitsproblems sofort auf unbeschadete Daten zurückgreifen zu können. Und schließlich kommt es darauf an, alle Mitarbeiter im Unternehmen möglichst effektiv zu schulen. Denn schließlich sind sie es, die als erste mit Problemen in der Cloud konfrontiert werden.