Wie viel kosten zwei Packungen Pasta, eine Flasche Öl und ein Pfund Fleisch, und wie steht es um ihre Qualität? Was den Inhalt eines Einkaufswagens auf den ersten Blick ausmacht, sind Qualität, Verfügbarkeit und Preis. Doch künftig lässt sich auch die Klimabilanz abbilden. Denn hinter jedem Produkt steckt ein spezifischer CO2-Fußabdruck, der bislang oft im Verborgenen blieb.
Der Großhändler METRO Deutschland kann jetzt für sein gesamtes Sortiment modellierte Product Carbon Footprints (PCF) bereitstellen – zunächst als Service für seine Großkunden, beispielsweise aus der Systemgastronomie und Hotellerie. Der PCF beschreibt die geschätzten Treibhausgasemissionen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung über Verarbeitung und Transport bis zum Kunden. Grundlage sind Verkaufsdaten, etwa zu Herkunft und Menge, die mit anerkannten Emissionsdaten aus externen Datenbanken verknüpft werden. Perspektivisch sollen diese modellierten Werte durch Primärdaten der Lieferanten weiter präzisiert werden.
Damit erhält die Kundschaft eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage für ihren Einkauf. Werden die klimarelevanten Unterschiede der Waren sichtbar, können Nachhaltigkeitsaspekte stärker in Einkaufsabwägungen einfließen und gegenüber Gästen nachvollziehbar kommuniziert werden. Gleichzeitig unterstützen die Daten Unternehmen dabei, wachsende Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erfüllen.
Auch für METRO selbst schaffen die Daten neue Transparenz. Die systematische Erfassung von Emissionen erleichtert den Austausch mit Lieferanten und hilft dabei, gemeinsam Potenziale zur CO2-Reduzierung zu identifizieren. So werden Nachhaltigkeitskriterien zunehmend zu einer messbaren Größe – und zu einem Aspekt, der neben Qualität, Verfügbarkeit und Preis auch in Einkaufsentscheidungen einfließt (s. Interview).
CO2-Fußabdruck typischer Produkte für die Gastronomie
Emissionen in kg CO2e/kg:
• ARO Geschälte Tomaten: 0,8
• METRO Chef Spaghetti: 2,6
• RIOBA Café Crema Classico: 9,9
• METRO Chef Black Tiger Garnelen: 21,3
• METRO Chef Burger Patty: 38,8
Nachhaltigkeit zählt
Ivonne Bollow, Senior Vice President Corporate Communications, Public Policy & Responsibility, METRO AG, über Transparenz im Großhandel und Partnerschaft.
Wann wird Nachhaltigkeit zum Standard?
Nachhaltigkeit wird dann zur Norm, wenn sie die naheliegendste, wirtschaftlich sinnvolle und gesellschaftlich erwartete Entscheidung ist – und genau auf diesem Weg befinden wir uns bereits. Maßnahmen wie Energieeffizienz oder die Reduzierung von Lebensmittelverlusten verbinden ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Nutzen. Gleichzeitig werden Nachhaltigkeitsberichte und unabhängige Zertifizierungen zunehmend zur Voraussetzung für Geschäftsbeziehungen.
Welche Verantwortung trägt der Großhandel heute?
Wir schreiben unseren Kundinnen und Kunden nicht vor, welche Produkte sie kaufen sollen. Unsere Aufgabe ist es, durch Transparenz fundierte Entscheidungen zu ermöglichen. Gleichzeitig sind Umweltbelange und Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette feste Bestandteile unseres Handelns.
Was erwarten Ihre Kunden künftig von METRO?
Partnerschaft – auch beim Thema Nachhaltigkeit. Unsere Kundschaft erwartet, dass wir sie bei ihrer nachhaltigen Transformation unterstützen und gleichzeitig unsere eigenen Nachhaltigkeitsziele erreichen. Beispielsweise mit Angeboten wie „Mein nachhaltiges Restaurant“ helfen wir Gastronomiebetrieben, Ressourcen effizienter einzusetzen und Kosten zu senken.