Dass dieser Text von einer Journalistin verfasst ist, ist in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr selbstverständlich. KI schreibt Reiseberichte, Produkttexte und Marketing-Claims, sobald man sie einmal gut eingestellt hat. Redaktionen schrumpfen. Auflagen sowieso. Braucht es bald nur noch einen Textchef, der KI-Outputs gegenliest? Ähnliches gilt fürs Programmieren. Wer vor zehn Jahren Code schreiben konnte, gehörte zu den Bestbezahlten am Markt. Heute generieren KI-Tools wie „Claude Code“ in Sekunden funktionsfähige Skripte. Was bleibt, ist der Bedarf nach Menschen, die prüfen, absichern, verantworten – und dafür braucht es nicht mehr allzu viele.
Eine Analyse von Stepstone-Stellenanzeigen, ausgewertet von Table Media für RiFFReporter, macht das konkret: Call-Center-Positionen sanken um 67 Prozent, Copywriting verlor 53 Prozent. Im Versicherungsbereich übernehmen Algorithmen Schadensregulierungen vollautomatisch. Manche Jobs verschwinden wie einst Faxgeräte oder Telefonvermittlungen. Yuval Noah Harari vergleicht die Lage in seinem Buch „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ mit den Pferden während der Industrialisierung: Nicht das Schicksal der Kutscher drohe vielen – die fahren jetzt Taxi – sondern das der Pferde, die ganz aus dem Arbeitsmarkt verdrängt wurden.
WIE SIEHT ES WIRKLICH AUS?
27 Prozent der Unternehmen rechnen laut ifo-Konjunkturumfrage mit KI-bedingtem Stellenabbau, in der Industrie sogar 37 Prozent. Das McKinsey Global Institute prognostiziert bis zu drei Millionen Berufswechsel in Deutschland bis 2030. Apokalypse now. Nicht so schnell. Arbeitsmarktforscherin Christina Gathmann warnte im Spiegel Anfang des Jahres davor, die Zahlen als Katastrophenszenario zu lesen. Ihr Beispiel: Banken beschäftigten nach Einführung des Geldautomaten nicht weniger Personal, es übernimmt nur andere Aufgaben. Gathmann sagt auch: Alle Berufe würden sich künftig verändern. Die Frage sei nicht ob, sondern wie.
KI-relevante Stellenanzeigen wuchsen laut PwC Global AI Jobs Barometer 2025 in Deutschland zwischen 2021 und 2023 um 164 Prozent. Beschäftigte mit KI-Kompetenzen verdienen im Schnitt 56 Prozent mehr. Und dann ist da noch der „Head of AI“: einer der am stärksten wachsenden Berufe in Deutschland laut LinkedIn-Ranking 2026. Jahresgehalt: 77.000 bis 170.000 Euro (Glassdoor). Die Stellenbezeichnung gab es vor ein paar Jahren noch nicht einmal.
Pflegekräfte sitzen heute oft länger am Bildschirm als am Bett. KI-gestützte Dokumentation übernimmt Pflegeberichte und Protokolle – und liefert so mehr wertvolle Betreuungszeit.
Die Herausforderung: Nur ein Drittel der deutschen Beschäftigten hat bislang an KI-Schulungen teilgenommen. In anderen EU-Ländern sind es rund 60 Prozent (IAB). Laut Bitkom-Befragung ermöglicht fast die Hälfte aller Unternehmen, die KI einsetzen, gar keine Schulungen. Gleichzeitig geben 62 Prozent der Beschäftigten in einer Stepstone-Umfrage an, ihr Arbeitgeber investiere zu wenig in KI-Weiterbildung. Wer trägt Verantwortung? Alle! Unternehmen, die Fachkräfte suchen. Der Staat, der Umschulungsprogramme fördern muss. Und Beschäftigte selbst: KI ist kein Feind, sondern ein Werkzeug, das man lernen kann.
Nachtrag: Dieser Text wurde mit KI gekürzt. Geschrieben hat ihn trotzdem eine Journalistin. Noch.