Intelligente Steuerung für eine sichere Produktion

Ob Zugangskontrolle, Identitätsmanagement oder Schutz vor Maschinenunfällen: Sicherheitstechnik ist ein Schlüsselfaktor für reibungslose Produktionsprozesse. Moderne Systeme kombinieren Sensoren, IT-Infrastrukturen und bewährte Industriestandards.

Illustration: Nadine Schmidt
Illustration: Nadine Schmidt
Jörg Klingele Redaktion

Auch in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft bleiben physische Standorte wie Produktionshallen, Lagerhäuser und Büros das Herzstück vieler Unternehmen. Sicherheitstechnik muss dort erstens die Anlagen und Materialien vor Diebstahl, Spionage und Sabotage schützen. Und zweitens die Mitarbeiter davor bewahren, von autonom arbeitenden Maschinen verletzt zu werden. Die Zugangskontrolle an Werkstoren und auch in Produktionsbereichen erfolgt meist durch elektronische Systeme, die Technologien wie biometrische Verfahren, zum Beispiel Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, PIN-Codes und RFID-Karten verwenden. Seit Kurzem findet hier auch die Funktechnologie UWB (Ultra-Wideband) Verwendung. Sie ermöglicht eine präzise und störungssichere Bestimmung der Entfernung zwischen den Kontrollpunkten und den UWB-Tags oder Smartphones der Mitarbeiter. 

Häufig kommt bei der Zugangskontrolle eine Multifaktor-Authentifizierung zum Einsatz, um die Sicherheit zu erhöhen. Dabei müssen die Mitarbeiter mindestens zwei verschiedene Berechtigungsnachweise erbringen, bevor sie Zutritt erhalten - beispielsweise eine RFID-Karte und einen PIN-Code.
 

VERWALTUNG VON ZUGRIFFSRECHTEN


Eine zentrale Rolle bei der Zugangskontrolle in industriellen Betrieben spielt das Identity and Access Management (IAM) – also die Verwaltung von Identitäten und Zugriffsrechten. Mit ihrer Hilfe lässt sich festlegen, welche Personen zu welchen Zeiten Zugang zu bestimmten Gebäuden, Bereichen oder Maschinen erhalten.

Der Weg, den die Daten bei der Zugangskontrolle nehmen, sieht folgendermaßen aus: Die Sensoren registrieren beispielsweise Zutrittsversuche und Bewegungen. Minicomputer am Rand des Netzwerks verarbeiten diese Daten und leiten die relevanten Informationen an das Security Operations Center (SOC) weiter – das sie dann analysiert, um beispielsweise Bewegungsmuster, Auffälligkeiten oder potenzielle Sicherheitsvorfälle zu erkennen und gegebenenfalls Alarm zu schlagen.
 

KLASSISCHE IT TRIFFT AUF PRODUKTIONSANLAGEN


Dies alles erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen der Operational Technology, die die Maschinen und Sensoren betreut, und der Information Technology, die für die Verarbeitung der Daten zuständig ist. Die Schnittstelle zwischen diesen beiden Welten ist die Normenreihe IEC 62443, die Sicherheitsanforderungen für industrielle automatisierte Steuerungssysteme (IACS) festlegt und so gewährleistet, dass die Maschinen ebenso geschützt sind wie die IT-Infrastruktur.
 

SICHERHEIT DURCH PERSONENERKENNUNG


Um Unfälle mit autonom arbeitenden Anlagen zu vermeiden, ist eine zuverlässige Personenerkennung unabdingbar. Weit verbreitet sind Kamerasysteme, Laserscanner und Lichtgitter. Systeme auf Radarbasis kommen hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn optische Systeme an ihre Grenzen stoßen – also bei Staub oder Rauch in der Luft, bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder aber wenn es darum geht, Personen selbst dann zu erkennen, wenn sie von Gegenständen verdeckt werden. Auch die UWB-Funktechnologie lässt sich einsetzen, um Mitarbeiter in gefährlichen Arbeitsbereichen zu orten.
 

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