»Wo Entscheider sich treffen, entsteht Zukunft«

Januar 2017 | Capital | Unternehmertum

»Wo Entscheider sich treffen, entsteht Zukunft«

Sind Messen in unserer digitalisierten Welt überhaupt noch zeitgemäß? Ja, lautet die Antwort der beiden CEOs der NürnbergMesse Group und sie erklären warum.

Die beiden CEOs der NürnbergMesse Group: Peter Ottmann (l.) & Dr. Roland Fleck (r.)
NürnbergMesse Group / Anzeige

Herr Ottmann, mit „275 Millionen Euro plus X“ hat die NürnbergMesse in diesem Jahr einen neuen Rekordumsatz erzielt und die bisherige Bestmarke um mindestens 40 Millionen Euro übertroffen. Das ist in Zeiten, in denen Kommunikation nur noch digital stattzufinden scheint, eher überraschend.
Nur auf den ersten Blick. Messen waren nie erfolgreicher als zu Zeiten von Google, Facebook, Alibaba und Co. Denn wir verbinden die unterschiedlichen Nutzenvorteile, online wie on site. Gleichzeitig sorgen unsere Themen wie Digitalisierung, Datensicherheit und das Internet der Dinge (IoT) für Gesprächsbedarf bei Entscheidern. Zudem ist uns natürlich bewusst, dass wir bestimmte Vorteile, die wir bisher exklusiv hatten, künftig mit der digitalen Sphäre teilen müssen. Was aber bleibt: die persönliche Begegnung, die Vertrauen schafft. Wir verfügen darüber hinaus über den Vorteil, dass wir die relevanten Veranstaltungen in unserem Portfolio haben, die die Nummer 1 oder Nummer 2 für ihre jeweiligen Branchen sind, also marktführende Messen mit entsprechender Anziehungskraft – in Deutschland wie international.

Internationaler Erfolg ist ein gutes Stichwort, Herr Dr. Fleck. Mehr als zwei Drittel der Neuerungen in 2017 spielen sich im Ausland ab. Macht sich Ihre Strategie hier bezahlt?
Die NürnbergMesse Group ist mit ihren gut 40 Jahren ein recht junges Unternehmen. Entsprechend waren wir auch bei der Internationalisierung vergleichsweise später dran – was im Nachhinein vielleicht auch einer der Vorteile war. Denn so haben wir unsere im Inland erfolgreiche Spezialisierung auch im Ausland fortgesetzt – Stichwort „line extension“. Zudem waren wir mutig und haben – wie beispielsweise in Brasilien mit unseren Veranstaltungen – antizyklisch gehandelt, während sich andere deutsche Veranstalter aus dem dortigen Markt zurückgezogen haben. Unsere Strategie ist somit bewusst auf den Heimatstandort Nürnberg und gleichzeitig auf eine klare Internationalisierung ausgerichtet.

Wie wichtig sind Ihre Veranstaltungen im Ausland für deutsche Unternehmen?
Wir sind davon überzeugt: Internationale Messen sind gerade für den deutschen Mittelstand ein wirksames Instrument zur Markterschließung und -bearbeitung. Wir selbst sind ja ein mittelständisches Unternehmen und wissen daher, wie wichtig eine konsequente Auslandsstrategie ist – denn unsere Veranstaltungen im Ausland sind hervorragende Vertriebsplattformen für unsere ausstellenden Unternehmen, Partner und Verbände. Hier bieten unsere maßgeschneiderten Messen sehr gute Foren, die dank des Labels „Made in Germany“ auch heute international großes Ansehen genießen.

Sind Messen in der heutigen Zeit nicht ein zu teures Marketinginstrument?
Definitiv nicht. Wenn man berücksichtigt, dass Messebeteiligungen häufig von Bund und Ländern gefördert werden, sind sie – gerade mit Blick auf die Erschließung neuer Märkte – ein ideales Instrument, um für kleines Geld international den „Fuß ins Wasser zu halten“. So wird aus einem vermeintlich teuren Marketinginstrument dank Förderung schnell ein äußerst effizientes und zielführendes. Aber auch ohne öffentliche Förderung schaffen Messen Marktpräsenz – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.

Herr Ottmann, welche Unternehmen entscheiden sich heute für einen Messeauftritt?
Unsere Erfahrung und die vielen Gespräche zeigen, gerade bei den hochspezialisierten Messen sind die Unternehmen vertreten, die an die Zukunft glauben und sich ihr stellen. Denn wo Unternehmer und Entscheider sich treffen, entsteht Zukunft.

www.nuernbergmesse.de