Führend beim Schutz der Privatsphäre

September 2017 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Führend beim Schutz der Privatsphäre

Allen Unkenrufen zum Trotz – der deutschen Finanzindustrie macht beim Thema digitale Sicherheit niemand so schnell etwas vor. Davon können auch andere Branchen profitieren.

Michael Eichler; Geschäftsführer; Bank-Verlag GmbH
Bank-Verlag GmbH / Anzeige

Herr Eichler, zunächst einmal vorab: Der Firmenname wird der Kompetenz und Expertise Ihres Hauses nicht mehr wirklich gerecht.
Das ist richtig. Wir sind weder nur ein Verlag noch zählen ausschließlich Banken zu unseren Kunden. Wir sind vielmehr ein etablierter Anbieter von IT-Sicherheit. Wir heißen deshalb Bank-Verlag, weil wir historisch mit Medienprodukten begonnen haben und dort auch heute noch erfolgreich sind. Doch sind wir längst weit darüber hinaus gewachsen und bieten mittlerweile ganzheitliche IT-Lösungen für zentrale neue Themen und künftige Herausforderungen an.
 

Werden Sie auch deshalb als das „vielleicht älteste FinTech Deutschlands“ bezeichnet?
Wir machen im Prinzip schon seit vielen Jahren das, wofür die FinTechs heute gelobt werden: Wir heben neue Produkte aus der Taufe und erwecken Systeme technisch zum Leben. In jedem Fall sind wir ein Technologie-Unternehmen mit ausgeprägter bankfachlicher Kompetenz in den Bereichen Security, E-Banking, Payment Solutions, Compliance, Risiko- und Bankmanagement.

Sie haben aber auch eine besondere Funktion aufgrund Ihrer Eigentümerverhältnisse?
Wir sind eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Bundesverbandes deutscher Banken – also faktisch im Besitz einiger unserer Kunden. Das hat einen großen Vorteil, da wir insbesondere bei den so wichtigen sicherheitsrelevanten Themen als eine neutrale Plattform agieren und sich unsere Kunden so nicht in eine unter Umständen gefährliche Abhängigkeit von einem Dienstleister begeben.

Sie sprachen von Innovationen. Dabei wird gerade deutschen Banken und auch ihren Kunden keine große Innovationsfreude nachgesagt.
Sicherlich ist die deutsche Finanzbranche gerade mit Blick auf die Digitalisierung nicht ganz so innovationsfreudig, wie es in anderen Ländern der Fall ist. Das hängt aber eben auch stark mit der von Ihnen angesprochenen konservativen Haltung der Bürger und der vergleichsweise guten Infrastruktur zusammen. Ein Beispiel: In Deutschland ist das Bezahlen auf Rechnung im Internet wesentlich beliebter als etwa PayPal, obwohl es technisch betrachtet aufwändig ist, weil Sie im Hintergrund eine große Infrastruktur bereitstellen müssen. Denn einerseits müssen die Rechnungs- und Lieferadressen stimmen, andererseits müssen Sie sich gegen das Nicht-Bezahlen absichern.

Können auch andere Branchen von den hohen Sicherheitsstandards und bereits gemachten Erfahrungen der Finanzbranche profitieren?
Banken sind unumstritten führend beim technischen Schutz der Privatsphäre und sind in der Lage, aufgrund der Erfahrungen – etwa beim Zahlungsverkehr – auch Massendaten zu verarbeiten. So hat fast jeder Deutsche ein Bankkonto und in der Regel auch eine Girocard. Auf andere Branchen übertragen könnte dies etwa hilfreich bei der Identifikation von Menschen im Internet oder auch für das Internet der Dinge sein – beispielsweise dann, wenn ihr Kühlschrank künftig automatisch Bestellungen aufgibt und es hierfür eine Verifizierung geben muss.
 

Wie kann der Bank-Verlag hierbei unterstützen?
Auf vielerlei Weise. Denken Sie nur an das PIN/TAN-Verfahren. Alleine hier prüfen wir pro Jahr etwa 150 Millionen Transaktionen. Ein solches Identifikationsverfahren könnte beispielsweise das E-Government, die Verwendung elektronischer Gesundheitsdaten, aber auch Versicherungen und Rentenkassen bei Digitalisierungsprozessen unterstützen. Die Möglichkeiten und Einsatzbereiche sind denkbar vielfältig. Konkret haben wir letztes Jahr etwa einer Großbank dabei geholfen, durch den Einsatz eines Fernsignaturservers auf den USB Stick zur Identifikation von Firmenkunden zu verzichten.


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