Unternehmen der Kunststoffindustrie stehen vor gewaltigen Herausforderungen: Wirtschaftlichkeit, immer neue gesetzliche Anforderungen und das Thema Nachhaltigkeit sind nicht einfach unter einen Hut zu bekommen. Gleichzeitig wissen alle, dass Kreislaufwirtschaft große Chancen bietet und ein wichtiger Schritt ist, um sich zukunftsfähig aufzustellen. Aber wo fängt man an? Das Werkstoffforum der Zukunft begleitet Unternehmen in diesem Prozess.
Das Ziel des Werkstoffforum der Zukunft ist ehrgeizig: Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Transformation der Kunststoffindustrie zur Kreislaufwirtschaft durch neues und kreatives Denken. Konsortialpartner sind das Kunststoff-Institut Lüdenscheid (KIMW GmbH), die REMON-DIS Recycling GmbH & Co. KG, das Wuppertal-Institut gGmbH, die TechnoPark und Wirtschaftsförderung Schwerte GmbH sowie die Transformationsagentur des Mittelstandes und des Landes NRW ZENIT GMBH. Im Werkstoffforum arbeiten damit auf die Branche spezialisierte Kunststoffexperten, der größte Recyclingbetrieb Europas, bewährte Experten der Nachhaltigkeitsbeurteilung, lokale Investitionsberater und eine Innovationsagentur zusammen.
Michael Tesch, Leiter des Werkstoffforum und Prokurist im Kunststoff-Institut Lüdenscheid, hat klare Vorstellungen: »Wir müssen den Einsatz von Kunststoffen neu denken. Ganz wichtig: Wir wollen in die Umsetzung kommen.« Wie das funktionieren kann, erläutert Katharina Prammer vom Werkstoffforum: »Wir organisieren kostenfreie kreative Workshops mit und bei den Unternehmen, die neue Wege zur nachhaltigen Werkstoffnutzung gehen wollen.« Und weiter: »Die konkreten Fragestellungen und Aufgaben, die in einem solchen Vorhaben entstehen wie Stoffstromanalysen oder Werkstoffprüfungen, können durch das WDZ oder Partner aus dem Netzwerk tatkräftig gelöst werden.« Das Ziel: Produkte und Prozesse ressourceneffizient und kreislauffähig gestalten. Pilotprojekte, die innovativ sind und »Leuchtturmcharakter« für die Branche haben können, werden vom Werkstoffforum begleitet.
Dr. Nabila Rabanizada, Leitung F&E der REMONDIS Recycling, weiß aus Erfahrung, wie komplex Kunststoffrecycling ist: »Der Einsatz von Rezyklat ist nur erfolgreich, wenn das Material spezifisch für die Anwendung entwickelt wird.« Auch die Rückführung von Kunststoffen in Kreisläufe sei ein großes Thema, meint sie. Katharina Prammer setzt sich zudem für ein neues Denken ein: »Wir müssen das Thema attraktiv machen und ideologisch abrüsten.« Für Michael Tesch ist es wichtig, nicht nur in Großprojekten zu denken: »Wir brauchen dezentrale Lösungen, um Projekte vor Ort anzuschieben und so auch die ganze Region zu stärken.« Das sei auch Intention der Politik. Unternehmen profitieren von weiteren Angeboten des Werkstoffforum der Zukunft: Es gibt kostenfreie Veranstaltungen zu aktuellen Themen; im Rahmen des Formats »Werkstoffforum INFORMATIV« werden online wichtige Infos geteilt. Ein weiteres Plus: das stetig wachsende Partnerschaftsnetzwerk mit Know-how aus allen Teilen der Wertschöpfungskette.
Das Werkstoffforum der Zukunft wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages (BMWE) sowie vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW (5-StandorteProgramm) gefördert.
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