Killt KI Software?

 Mit KI entwickelt sich Unternehmenssoftware vom verwaltenden System zum handelnden Akteur im Unternehmen.

Die Initiatoren und Köpfe von AICONIQ.io sind der deutsche KI-Pionier und Seriengründer Prof. Dr. Peter Gentsch (rechts) sowie der international anerkannte KI-Deeptech-Experte Dr. Michael Patrushev (links).
Die Initiatoren und Köpfe von AICONIQ.io sind der deutsche KI-Pionier und Seriengründer Prof. Dr. Peter Gentsch (rechts) sowie der international anerkannte KI-Deeptech-Experte Dr. Michael Patrushev (links).
AICONIQ.io Beitrag

Herr Prof. Dr. Gentsch, viele Investoren fragen sich gerade: Wer braucht noch Unternehmenssoftware, wenn KI-Agenten zukünftig alles können?
Unternehmenssoftware ist seit Jahrzehnten das Rückgrat moderner Organisationen. Oft wird sie allerdings als rein operative IT-Infrastruktur verstanden – und nicht strategisch gedacht. Das Aufkommen generativer und agentischer KI ändert dies grundlegend. Die zentrale Frage ist heute, wie IT aktiv zur Wertschöpfung beiträgt. KI schafft Software nicht sofort ab, aber sie definiert ihre Rolle neu.

Was ist der Kern dieser Veränderung?
Bisher dominierte das Prinzip des „System of Record“. Das heißt: Software dokumentiert und verwaltet Prozesse, Daten werden erfasst, gespeichert und verarbeitet. Mit agentischer KI entsteht aber ein „System of Action“. Denn KI-Agenten analysieren nicht nur, sie treffen Entscheidungen, initiieren Prozesse und passen sich dynamisch an neue Situationen an. Systeme agieren dann zunehmend eigenständig. Kundenanfragen z. B. werden nicht mehr nur erfasst, sondern proaktiv beantwortet. Angebote entstehen kontextabhängig und in Echtzeit. Prozesse werden nicht mehr starr abgearbeitet, sondern situationsabhängig orchestriert.

Sie beschreiben diese Entwicklung als Reifegradmodell. Wie sieht das aus?
Es gibt fünf unterscheidbare Stufen. 

Stufe 1 – die Software hilft. „Assisted Software“ heißt, dass Systeme bestehende Prozesse durch punktuelle Automatisierung und KI-Funktionen unterstützen. 

Stufe 2 – Software denkt mit. „Augmented Software“ liefert datenbasierte Empfehlungen und bereitet Entscheidungen vor.

Stufe 3 – Software arbeitet. Durch „Automated Software“ laufen standardisierte Prozesse weitgehend automatisiert ab, Eingriffe sind nur bei Abweichungen nötig. 

Stufe 4 – Software entscheidet. „Agentic Software“ bedeutet, dass Systeme innerhalb definierter Rahmenbedingungen eigenständig handeln und Aufgaben koordinieren. 

Stufe 5 – Software verschwindet. Bei „Non-Software“ lösen sich klassische Anwendungen auf. An ihre Stelle tritt ein Netzwerk aus KI-Agenten, das auf einer zentralen Wissensbasis – dem eigenen Corporate Brain – beruht und Aufgaben flexibel übernimmt.

Was bedeutet das für Softwareanbieter, -integratoren und Anwender?
Speziell Softwareanbieter und -integratoren können mit generativen KI-Anwendungen wie Low-Code- und sogenannter Vibe-Coding-Entwicklung Software in einem Bruchteil der Zeit erstellen – bei Zeit- und Kostenreduktionen von 50 bis 80 Prozent. Auch den Betrieb der Software übernimmt agentische KI: Systeme überwachen sich selbst, sie optimieren Prozesse kontinuierlich und treffen eigenständig Entscheidungen.

Die Grundlage dafür und das wesentliche Differenzierungsmerkmal für Anbieter, Integratoren und Anwender ist die zentrale Wissensbasis im Unternehmen. Das eigene Corporate Brain wird zum Gamechanger und kontrolliert die Wertschöpfung. Denn nicht mehr Software ist der Engpass, sondern Wissen. Wir helfen Organisationen darum, sowohl ihr explizites Wissen als auch ihr implizites Wissen – das bisher nur in Expertenwissen, Erfahrungswerten, Soft Skills, Konversationen und Meetings vorlag – in ein Corporate Brain zu überführen. Dieses KI-Hirn steuert dann vielfältigste, autonome KI-Agenten – datensouverän und DSGVO-konform.

KI ersetzt Software dabei nicht – sie transformiert sie. Es entsteht eine neue Generation von agentischen Systemen, die nicht nur Daten verwalten, sondern aktiv handeln – ideal gesteuert durch das eigene Corporate Brain des Unternehmens.

aiconiq.io/de
 

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