»Das Handwerk wird oftmals unterschätzt«

Ein Beitrag von Fachhochschule des Mittelstands

Prof. Dr. Klaus Schafmeister, FHM-Forschungsdirektor
Prof. Dr. Klaus Schafmeister, FHM-Forschungsdirektor
Fachhochschule des Mittelstands Beitrag

„Der starke Mittelstand“, so haben wir diese Ausgabe überschrieben. Wie stark ist das Handwerk heute?

Wir haben in Deutschland mehr als 6 Mio. Beschäftigte in Handwerksbetrieben. Das Handwerk wird oftmals unterschätzt und seine Stärken oft übersehen: Handwerk ist lokal, differenziert, agil, sicherheitsrelevant und es engagiert sich vielfach für die Gemeinschaft.
 

Als Fachhochschule des Mittelstands (FHM) haben Sie einen Fokus auf den Mittelstand und insbesondere auf das Handwerk. Welche Besonderheiten resultieren daraus?

Als FHM richten wir Studium und Forschung konsequent auf die Bedarfe des Mittelstands aus; mit besonderem Blick auf Familienunternehmen und das Handwerk. Wir qualifizieren junge Menschen im Handwerk in dualen und trialen Studiengängen bis zum Bachelorabschluss. Mehr als 700 Absolventinnen und Absolventen haben die Handwerksmanagement-Studiengänge bereits als besonders qualifizierte Nachwuchskräfte absolviert. 

Inhaltlich setzen wir auf Management, Unternehmensführung, Businesspläne, Digitalisierung, KI-Kompetenzen und gewährleisten somit einen engen Praxisbezug auch mittels einer intensiven Betreuung.
 

Herr Schafmeister, sie leiten ja auch einige Forschungsund Transferprojekte in der FHM mit direktem Bezug zum Handwerk? Wie kommt das dem Handwerk zugute?

In den Forschungsprojekten geht es u.a. um KI und Digitalisierung. Hier ist das Handwerk noch sehr heterogen aufgestellt: von Anfänger bis KI-Experte. Wir sind in direktem Kontakt mit Betrieben und greifen die Bedarfe auf, arbeiten an Lösungen und vermitteln unsere Erkenntnisse.
 

Wie sehen Sie das Handwerk für die Zukunft aufgestellt?

Das Handwerk steht vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Digitalisierung, Unternehmensnachfolge und mehr. Es muss sich anpassen, doch es bleibt eine wesentliche Stütze der Wirtschaft. Es ist eben nicht alles automatisierbar, das Handwerk lebt Kreativität und von den Erfahrungen sowie dem Vertrauen der Kundinnen und Kunden. Für die Handwerksbetriebe wird es entscheidend sein, wie gut sie sich an die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen anpassen.

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