Wenn das Handy vor Einbrechern warnt

März 2016 | Die Welt | Wohnen der Zukunft

Wenn das Handy vor Einbrechern warnt

Gerade zu Ostern sind viele Wohnungen verlassen – und ein beliebtes Ziel für Diebe. Mit neuen technischen Lösungen jedoch lassen sich die ungebetenen Besucher aussperren.

Telekom Deutschland / Redaktion

Es war mitten in der Nacht an einem Mittwoch, kurz nach 4 Uhr, als ein Handy in Altenkirchen/Rheinland-Pfalz plötzlich Alarm schlug: Der Besitzer schreckte hoch und konnte auf dem Display live verfolgen, wie ein Unbekannter einen Einbruch in sein Haus versuchte. Was der Täter nicht wusste: Der Besitzer hatte dort ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem installiert: einen Türkontakt sowie eine Überwachungskamera mit Bewegungssensor, beide über Funk vernetzt mit seinem Smartphone. So wurde er unmittelbar über den Eindringling informiert und konnte rasch die Polizei rufen. Kurz darauf war das Haus umstellt – und der Täter geschnappt.

 

Solch einen effektiven Einbruchschutz können in den nächsten Tagen viele Hausbesitzer und Mieter gut gebrauchen. In den Ostertagen werden nach der Weihnachtszeit am häufigsten Einbrüche begangen. Zum einen verlassen dann viele ihre Wohnung und fahren in den Urlaub oder zu Angehörigen. Zum anderen wird es auch noch im Frühjahr recht zeitig dunkel. Täter können dann in der Dämmerung zu einer Zeit zuschlagen, wenn Geräusche nicht auffallen und den Nachbarn es noch zu kalt ist für Gartenfeste. 

 

Die Zahl der Einbrüche hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2014, für das die aktuellste Polizeiliche Kriminalstatistik vorliegt, kam es in Deutschland zu mehr als 150.000 Fällen, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Im Schnitt werden alle drei bis vier Minuten irgendwo ein Türschloss geknackt oder ein Fenster aufgehebelt. Das Eindringen dauert oft nur Sekunden. Meist reicht den Tätern einfaches Werkzeug – etwa ein Schraubenzieher. 

Durch eine geschickte Steuerung kann der Nutzer auch Heiz- und Stromkosten sparen.

Doch Hausbesitzer und Mieter wissen sich inzwischen zu wehren. Sie setzen nicht länger auf den wachen Blick ihrer Nachbarn, sondern auf moderne Technik, die auch noch miteinander vernetzt und über das Smart­phone steuerbar ist – so wie bei dem Hausbesitzer in Altenkirchen. Diesen Trend bezeichnet man als „Vernetztes Wohnen“ oder auch Smart Home. 

 

Und so funktioniert es im Detail: Sensoren werden zum Beispiel an Fenstern, Türen und im Garten montiert und über eine Steuerzentrale miteinander vernetzt. Der Zugriff und die Steuerung erfolgen dann per Smartphone-App – ganz egal ob vom nahen Büro oder aus der Ferne des Urlaubsdomizils. Wenn sich nun Unbefugte dem Haus nähern, wird dies von Infrarotmeldern oder Kontaktsensoren an Türen und Fenstern registriert. Sie können dann automatisch zum Beispiel das Licht anschalten oder auch die Hi-Fi-Anlage, je nach Programmierung. Der Täter muss annehmen, dass doch jemand im Haus ist – und flüchtet. 

 

Zudem kann der abwesende Wohnungsbesitzer auf seinem Smart­phone eine Warnung empfangen, aus der Ferne per Überwachungskamera überprüfen, was los ist – und im Notfall die Polizei rufen. Die Aufnahmen können auch der Polizei bei der Fahndung helfen. Denn bislang werden fünf von sechs Einbrüchen aus Mangel an Hinweisen zur Identität der Täter nicht aufgeklärt. 

 

Das „Vernetzte Wohnen“ bietet über den Sicherheitsaspekt hinaus noch weitere Möglichkeiten: Inzwischen lassen sich eine ganze Reihe technischer Geräte wie Lampen, Herde oder Heizkörperthermostate via Funk an Smart Home-Systeme anbinden und über eine App steuern. Das heißt: Der Nutzer kann von unterwegs auch bestimmen, wann bei ihm zu Hause die Beleuchtung aus oder die Heizung an sein sollen. Durch eine geschickte Anpassung an seinen
Tagesablauf kann er so Heiz- und Stromkosten sparen – ­und bequem ist es auch.

 

Überdies kann Smart Home auch die Nerven all jener schonen, denen auf der Fahrt in die Oster­ferien die klassischen Fragen im Kopf umherschwirren: Habe ich die Wohnung abgeschlossen? Und die Waschmaschine ausgeschaltet? Smart Home-Nutzern reicht dann ein kurzer Blick auf ihr Smartphone – und der Osterurlaub kann beginnen. 

 

www.smarthome.de