Schwerpunkt Laserbeschriftung

Juli 2019 | Handelsblatt | New Materials

Schwerpunkt Laserbeschriftung

trotec Laser Deutschland GmbH / Unternehmensbeitrag

Zwei starke Trends attraktivieren die Laserbeschriftung*: Rückverfolgbarkeit dank dauerhafter und schwer zu fälschender Beschriftung und Ressourcenschonung dank Chemikalien- und Etikettenverzicht und daraus folgendem geringerem Aufwand beim Reycyling insbesondere von Kunststoffteilen.

 

Rückverfolgbarkeit ist für sicherheitsrelevante und / oder teure Bauteile längst (oft) gesetzliche bzw. betriebliche Notwendigkeit. Während komplette Produkte fast immer gekennzeichnet sind (z.B. Typenschilder oder Seriennummern), gilt das für Baugruppen oder einzelne Bauteile häufig nicht. Sind diese regulären Austausch-intervallen unterworfen, tendiert die Rückverfolgbarkeit gegen 0. Laser können dank Datenbankanbindung oder hinterlegtem Algorithmus (z.B. Codierung eines Zeitstempels) jedes einzelne Bauteil individuell beschriften ohne dafür Rüstzeit zu benötigen.


Abseits von gesetzlich bindenden Vorschriften profitiert der Hersteller selbst von dauerhaften Markierungen bis zur Bauteilebene auf bis zu fünf Arten:


1. Um ungerechtfertigte Garantieansprüche abzuwehren, da das fehler-hafte Produkt oder die bemängelte Komponente bereits außerhalb des Garantiezeitraumes ist.


2. Zur Abwehr von Garantieansprüchen auf Bauteile, die Plagiate sind und somit gar nicht in der Verantwortung des Herstellers liegen. Die Plagiate (häufig Frästeile oder Gußteile) sind optisch mit freiem Auge nur mehr schwer zu unterscheiden, allerdings kann die chemische Zusammensetzung minderwertiger oder die Fertigungstoleranzen »großzügiger« sein. Letzteres ist aber bei einem Bauteil, das mechanischem Verschleiß unterliegt, nach Gebrauch nur schwer zu erkennen. Eine exakte chemische / metallurgische Analyse zur Erkennung eines Plagiats ist hingegen zeitraubend und kostenintensiv.


3. Der Hersteller erhält wertvolle Rohdaten für die Qualitätssicherung: Zum Beispiel häufen sich Fehler bei bestimmten Chargen, Anwendungen, Umgebungsbedingungen, geographischen Regionen, Kunden(gruppen) … und welche Schlüsse können daraus für die Produktion(ssteuerung) und den Vertrieb abgeleitet werden?


4. In einem aufgebrachten Data Matrix Code kann z.B. auch ein Internet-Link sein, der auf den korrekten Einbau der jeweiligen Komponente verweist. Dies kann in Vertriebsregionen, die mittels Distributor (d.h. also ohne Personal des Herstellers selbst) bearbeitet werden, eine deutliche Arbeitserleichterung bedeuten. Da die Kameras handelsüblicher Smartphones hohe Auflösung bieten und die Algorithmen (sogar kostenfreier) Apps immer leistungsfähiger werden, können auch kleine, relativ kontrast-arme und beschädigte Codes unter Ausnutzung der Fehlerkorrektur häufig zurückgelesen werden. Die Leistungsfähigkeit angejahrter, teurer Industriescanner wird heute von Mittelklasse-Smartphones um hunderte Euro in den Schatten gestellt. Der codierte Link kann auch direkt auf die Datenbank des Herstellers verweisen, um alle relevanten Daten auf Knopfdruck zu erhalten. Datensicherheit / Autorisierung des Abfragers müssen dabei natürlich gewährleistet werden.


5. Ressourcenschonung: Laserbeschriftung als Form von direct part marking bietet den Vorteil, dass auf Verbrauchsmaterial (Farbe, Säure, Etiketten und dafür notwendige Klebstoffe) verzichtet werden kann. Speziell bei Kunststoffen stellen die Verbrauchsmaterialien ein Hemmnis für das Recycling dar, da die Sortenreinheit reduziert wird. Die Lasermarkierung sorgt meist nur für das Ausgasen flüchtiger Kunststoffbestandteile oder es findet eine seichte Gravur statt, wobei die Reaktionsprodukte (gasförmig oder Partikel) effektiv gefiltert werden. Da die Fläche der Laserbeschriftung exakt definiert ist, kann die Öffnung für die Absaugung / Filterung nahe platziert werden. Dies gewährleistet einen sehr hohen Erfassungsgrad allfälliger Reaktionsprodukte / Partikel.

 

 

www.troteclaser.com/de
*Der Begriff Laserbeschriftung umfasst hier Lasermarkierung und –gravur.