Ein kleiner Transporter erobert Europa

April 2020 | stern | Mobilität der Zukunft

Ein kleiner Transporter erobert Europa

Warum ein ursprünglich für Afrika entwickeltes Nutzfahrzeug-Konzept immer mehr Kunden in Europa begeistert

Martin Šoltés und Sascha Koberstaedt Geschäftsführer und Gründer der EVUM Motors GmbH
EVUM Motors GmbH / Unternehmensbeitrag

Am Anfang stand ein Forschungsprojekt der Technischen Universität München: In Ghana untersuchten zwei Doktoranden die Mobilität in ländlichen Gegenden Afrikas. Ihr Fazit: Das größte Problem der Menschen dort sind fehlende Transportmöglichkeiten. Strom war zu ihrer Überraschung eher verfügbar, als Benzin. So reifte in ihnen die Idee eines geländegängigen Elektrotransporters: einfach, langlebig und vielseitig einsetzbar.


Auf der IAA 2019 präsentierten Sascha Koberstaedt und Martin Šoltés ihr neues aCar der Öffentlichkeit. Entstanden war ein kompakter Transporter mit elektrischem Allradantrieb und einer Nutzlast von einer Tonne. Dank seines modularen Aufbaus ist das robuste und wendige aCar vielseitig einsetzbar für unterschiedlichste Arbeitsaufgaben in Gewerbe und Industrie, in Land- und Forstwirtschaft, im kommunalen Einsatz und für den Kurzstrecken-Lieferverkehr.

 

Nachhaltig und unschlagbar wirtschaftlich

 

„Der zukünftige Käufer in Europa profitiert von unserer Forschungsarbeit vor allem im Hinblick auf Langlebigkeit und geradliniges, schnörkelloses Design,“ sagt Martin Šoltés. „Der wartungsarme Elektroantrieb und die Konzentration auf das Wesentliche machen das EVUM aCar nicht nur nachhaltig, sondern auch unschlagbar wirtschaftlich.“


Im regionalen Lieferverkehr, bei Handwerkern, Gewerbetreibenden, Industrie, Land- und Forstwirtschaft oder im kommunalen Einsatz sind die typischen Tagesfahrleistungen oft gering. „Ein Akku, der bis zu 200 Kilometer Reichweite liefert, hat dafür mehr als ausreichend Reserve“, sagt Koberstaedt.


Die Höchstgeschwindigkeit des aCar liegt bei 70 Kilometern pro Stunde. „Eine höhere Endgeschwindigkeit ist nicht nötig“, sagt Martin Šoltés. „Im Gegenteil: Die typischen Einsatzfelder sind eher geprägt durch häufigen Stop-and-go-Verkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten, beispielsweise in der innerstädtischen Logistik. Hier fährt sich ein getriebeloses Elektrofahrzeug sehr viel angenehmer als ein Benziner oder Diesel.“

 

Mittelständischer Fahrzeughersteller

 

„Mit dem präzise auf die Kundenanforderungen zugeschnittenen Konzept des aCar, maßgeschneiderten Auf- und Anbau-Lösungen sowie individueller Beratung können wir für eine breite Palette an Nischenmärkten das jeweils ideale Fahrzeug liefern“, sagt Koberstaedt.
Derzeit wird im niederbayerischen Bayerbach die Produktion aufgebaut. Serienstart ist noch in diesem Jahr. „Wir verstehen uns als mittelständischer Fahrzeughersteller“, sagt Martin Šoltés. „Wir starten mit einer überschaubaren Stückzahl, die sich mit einem soliden Investment finanzieren lässt. Darauf aufbauend werden wir ein gesundes und nachhaltiges Wachstum realisieren.“

 


www.evum-motors.com

 

 

EVUM aCar

Höchstgeschw.:          70 km/h
Reichweite:                  bis zu 200 km
Antrieb:                        Permanenter Allrad
                                      (vollelektrisch)
Leistung:                      Nennleistung 18 kW
                                      Peakleistung 36 kW
Zuladung:                    1.000 kg
Steckdose:                   230 V (für externe Geräte)
Auf- und Anbauten:    modulares Konzept