Gründen fürs Klima

Sie sind innovativ, flexibel, kreativ: Start-ups sind entscheidende Akteure im Kampf gegen die Klimakrise. 

Illustratorin: Laura Neuhäuser
Illustratorin: Laura Neuhäuser
Mirko Heinemann Redaktion

Benjamin Mandos und Roman Ruster sind leidenschaftliche Surfer und Segler. Da liegt es nahe, dass sie sich für den Schutz der Meere engagieren. Rund 9 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in den Weltmeeren. Um für den bewussteren Umgang mit Plastik zu werben und zu zeigen, dass man etwas gegen den Plastikmüll tun kann, gründeten sie das Unternehmen Got Bag, das Plastik aus dem Meer fischt und es in Rucksäcken und Koffern verarbeitet.

Ganz anders, aber auch ökologisch, ist Christian Krolls Suchmaschine Ecosia. Wer hier seine Sucheingaben macht, unterstützt gleichzeitig Klimaprojekte. In Ländern wie Brasilien, Peru oder Burkina Faso werden mit den Einnahmen Bäume gepflanzt.

Im Zukunftsreport 2023 verzeichnet das Zukunftsinstitut einen neuen Wirtschaftstrend: die  „Neo-Ökologie“. Im Gegensatz zu der häufig mit alternativen Lebensentwürfen konnotierten Ökologie schaffe Neo-Ökologie eine „neue, lösungsorientierte Handlungsmoral, die unseren Alltag immer stärker beeinflusst“, so die Autoren. Sämtliche Wirtschaftsbereiche und -faktoren, so das Zukunftsinstitut, veränderten sich derzeit in diese Richtung.

Start-ups sind dabei wichtige Akteure. Sie sind die Speerspitze der Wirtschaft in Sachen Innovation, Kreativität und Flexibilität. Im Gegensatz zu großen Unternehmen können Start-ups schnell auf neue Herausforderungen reagieren, Risiken eingehen und neue Technologien einführen, die einen erheblichen Einfluss auf die Reduzierung der Treibhausgasemissionen haben könnten. Sie können auch neue Märkte schaffen, bestehende Industrien umkrempeln und etablierte Akteure dazu ermutigen, nachhaltige Praktiken einzuführen.

Fördermaßnahmen wie das „Green Start-up“-Programm der Bundesstiftung Umwelt unterstützen Gründer:innen dabei, Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit zu entwickeln. Sie werden in der Gründungsphase mit bis zu 125.000 Euro unterstützt. Dazu gibt es organisatorische Hilfe, etwa durch Referenten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren. Und sie werden in ein Kompetenznetzwerk eingebunden.

Auf EU-Ebene ist das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation interessant – für Start-ups etwa das Teilprogramm „SME Instrument“. Hier werden kleine und mittelständische Unternehmen, auch Start-ups, mit maximal 250 Mitarbeitern und weniger als 50 Millionen Euro Umsatz pro Jahr in Projekten mit bis zu 70 Prozent der Kosten unterstützt. In der Regel liegt die Förderung in der Umsetzungsphase bei bis zu 2,5 Millionen Euro.

„KMU innovativ“, das Förderprogramm des Bundesministeriums für Forschung und Bildung (BMBF), unterstützt vor allem risikoreiche industrielle Forschung. Kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups können bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten als Zuschuss erhalten. Und schließlich das weithin bekannte Gründerstipendium „Exist“, das Ausgründungen aus der Universität heraus unterstützt. Das Wirtschaftsministerium fördert damit Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem Stipendium für ein Jahr. Sie erhalten bis zu 3.000 Euro pro Monat plus Sachausgaben von bis zu 10.000 Euro für Einzelgründungen.

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