Trends & Entwicklungen

November 2017 | Capital | Company Cars

Trends & Entwicklungen

Klaus Lüber / Redaktion

Diesel statt Strom
Bei den meisten der umsatzstärksten Unternehmen ist der Anteil der reinen Elektroautos am Gesamtbestand der Dienstwagen verschwindend gering. Das ergab eine Umfrage von Business Insider unter den 30 deutschen Dax-Konzernen. Legt man die Daten der Konzerne zugrunde, die Zahlen zur Gesamtflotte und zum Anteil der E-Fahrzeuge offengelegt haben, zeigt sich: Nur etwa 1,7 Prozent der Dax-Firmenwagen sind Elektro-Autos. Die Deutsche Umwelt Hilfe (DHU) findet harte Worte: „Die deutschen Diesel-Konzerne boykottieren faktisch die E-Mobilität.“


Chancen durch Telematik
Durch die fortschreitende Digitalisierung werden Telematik-Lösungen für immer mehr Fuhrparkmanager interessant. Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungs- und Beratungsinstituts Dataforce ist der Anteil der Unternehmen, die Telematik-Systeme nutzen, in nur einem Jahr um drei Prozentpunkte auf inzwischen knapp 21 Prozent gestiegen. Neben einigen großen Hauptakteuren mit ganzheitlichen Lösungen und Angeboten treten immer wieder zahlreiche kleine Unternehmen und Start-ups mit dem Fokus auf Teillösungen in den Telematik-Markt ein.


Zukunft des Carsharings
In deutschen Großstädten wächst die Nachfrage nach Carsharing-Angeboten. Marktführer mit zusammen 1,3 Millionen Kunden und gut 7000 Autos in sieben deutschen Städten sind das BMW-Sixt-Gemeinschaftsunternehmen DriveNow sowie Car2Go von Daimler und Europcar. Die Hersteller rüsten sich für einen Kampf gegen Plattform-Anbieter wie Uber. Um den Markt in Zukunft zu beherrschen, wird Erfahrung im Flottenmanagement benötigt, für das bei DriveNow etwa der Autovermieter Sixt zuständig ist. Firmen wie Uber dagegen haben in diesem Bereich noch wenig Erfahrung.
 

Beliebtes Leasing
Im Rahmen des europaweiten sogenannten CVO Fuhrpark-Barometers 2017 im Auftrag von Arval Deutschland wurden Firmen auch nach ihrer Flotten-Finanzierungsmethode gefragt. Fast die Hälfte der deutschen Firmen bevorzugt Leasing mit Kilometervertrag, gefolgt vom Kauf (30 Prozent), dem Leasing mit Restwertvertrag (17 Prozent) und dem Autokredit (6 Prozent). Im gesamteuropäischen Vergleich greifen nur 28 Prozent der Fuhrparkverantwortlichen auf Leasing mit Kilometervertrag zurück. Allerdings steigt die Bereitschaft mit der Größe des Unternehmens.


Smartes Flottenmanagement
In Heidelberg startet ein Pilotprojekt zum smarten Flottenmanagement von Elektrofahrzeugen. Eine Einrichtung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO wird ab dem kommenden Jahr die Mobilitätsplattform Eco Fleet Services in den Fuhrpark der Stadt Heidelberg einbinden. Ziel des Projektes sei eine wirtschaftliche Nutzung von Elektromobilität in Fahrzeugflotten, wie das Fraunhofer IAO mitteilt. Zunächst geht es um eine optimale Fuhrparknutzung aller Fahrzeuge, mit und ohne elektrischen Antrieb.


Fahrrad statt Dienstwagen
Immer mehr Firmen leasen für ihre Mitarbeiter Dienstfahrräder. Seit knapp fünf Jahren gelten für diese ähnliche steuerliche Regeln wie für Dienstwagen. Im Herbst 2012 wurden in einem Erlass der Finanzbehörden die Steuervorteile von Dienstwagen auf Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes ausgeweitet. So kann ein Unternehmen einen Rahmenvertrag mit einem Anbieter vereinbaren, der Mitarbeiter wählt ein Rad aus und die Leasing-Raten werden dann von dessen Bruttogehalt abgezogen. Damit sinkt das zu versteuerende Einkommen.