Qualität wird zur neuen Messlatte der Medizin

Krankenhäuser sollen künftig nicht mehr nur viel, sondern vor allem gut behandeln. Doch wie misst man gute Medizin? Die Charité setzt dafür hausweit auf dotbase, und mit ihr zahlreiche weitere Kliniken. Ein Gespräch mit Arzt und Gründer Jasper Mecklenburg.

Jasper Mecklenburg, CEO und Co-Founder dotbase medical
Jasper Mecklenburg, CEO und Co-Founder dotbase medical
dotbase medical Beitrag

Herr Mecklenburg, woran erkennt man, ob eine Behandlung gut war?

Am besten fragt man die, um die es geht: die Patient:innen. Fachlich heißt das PROMs, Patient-Reported Outcome Measures. Konkret bedeutet das: Patient:innen tragen zum Beispiel über Fragebögen zu ihrer Symptomatik maßgeblich zur Qualität ihrer Versorgung bei. Ihr Input und ihr Wohlbefinden sind entscheidend für den Behandlungserfolg, und diese Tatsache wird auch für Kliniken und deren Vergütung immer relevanter.
 

Qualität aus Sicht der Patient:innen zu messen, klingt nach einem großen Umbau. Müssen sich dafür Gesundheitssystem und Kliniken radikal ändern?

Weniger, als man denkt. Was wir in erster Linie brauchen, sind bessere Daten. Eine Befragung allein sagt wenig. Erst verknüpft mit Diagnose, Therapie und Verlauf zeigt sie, was wirklich wirkt. Genau hier setzt dotbase an. Von der Aufnahme bis zur Abrechnung und Nachsorge wird jeder Schritt strukturiert erfasst und ist jederzeit für alle beteiligten Abteilungen nutzbar. Datensilos sind damit Geschichte, Abläufe klinikweit effizienter.
 

Mehr messen, heißt das nicht noch mehr Dokumentation?

Im Gegenteil. Klinikärzt:innen verbringen etwa 40 Prozent ihrer Zeit mit Verwaltung und Dokumentation, und vieles davon schreiben sie mehrfach: für Arztbrief, Qualitätsbericht und Register. Mit dotbase fließt entlang des gesamten Behandlungswegs alles in einen strukturierten Datensatz, auch das Behandlungsgespräch wird mit KI direkt erfasst. Daraus entstehen all diese Dokumente automatisch. Die gewonnene Zeit kommt dort an, wo sie den Unterschied macht: bei den Patient:innen. Und da Qualität zunehmend vergütungsrelevant wird, rechnet sich das für Kliniken doppelt.
 

Und was merke ich als Patient:in davon?

Dass sich Ihre Behandlung deutlich verbessert. Weil Sie Ihre Beschwerden schon vorab digital angegeben haben, fangen Sie im Behandlungszimmer nicht mehr bei null an. Statt „Weswegen sind Sie denn heute hier?“ heißt es: „Seit der neuen Abendtablette schlafen Sie schlechter. Erzählen Sie.“ Ihr Behandlungsteam kennt Sie besser, kann Sie individueller behandeln und Ihre Daten sicher mit anderen Fachärzt:innen teilen.
 

Was passiert mit den Kliniken, die jetzt nicht umsteigen?

Sie werden es zunehmend schwer haben; im schlimmsten Fall müssen sie schließen. Da Qualität zur Messlatte wird, muss man sie belegen können. Dafür brauchen Kliniken eine Plattform, die Personal in der Dokumentation entlastet, Daten verknüpft und das Patientenwohl als oberstes Kriterium hat. dotbase macht genau das und arbeitet mit allen gängigen Kliniksystemen zusammen, ohne teure Transformation. Zahlreiche Kliniken sind diesen Schritt bereits gegangen. Und ihre Patient:innen merken es als Erste.

dotbase.org
 

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Illustrationen: Alexa Bartle, www.alexabartle.com
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