Gesunde Lunge

Atemwegserkrankungen sind weitverbreitet. Wann sollte man sich durchchecken lassen?
Und welche Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

Illustration: Noemi Fabra
Illustration: Noemi Fabra
Dr. Ulrike Schupp Redaktion

Einatmen – ausatmen, was so einfach klingt, den Körper mit Sauerstoff versorgt und dazu noch die Seele ins Gleichgewicht bringt, ist nicht für alle selbstverständlich. Wer nach ein paar Treppenstufen scheinbar grundlos aus der Puste kommt, bei feuchtkaltem Wetter das Gefühl hat, schwer Luft zu bekommen, oder bei der Arbeit nach Niesattacken manchmal auch noch pfeifende Atemgeräusche entwickelt, sollte sich beim Lungenfacharzt oder der Fachärztin durchchecken lassen. Atemwegserkrankungen sind weitverbreitet. Je früher sie erkannt werden, desto besser wirken Therapien.

Etwa 10 bis 15 Prozent der Lungen- und Atemwegserkrankungen sind der Deutschen Lungenstiftung zufolge auf den Arbeitsplatz zurückzuführen. Mehlstäube, Tierhaare oder Mehr-Komponenten-Lacke gehören zu den bekannteren Auslösern für allergisches Asthma. Doch auch Feinstäube auf dem Bau schaden der Lunge, ebenso wie Umweltgifte, Abgase oder die Dämpfe chemischer Reinigungsmittel. Bei einem leichten allergischen Schnupfen kann der Beruf unter ärztlicher Kontrolle oft weiter ausgeübt werden. Spätestens aber bei der Diagnose „Asthma“ raten Experten und Expertinnen dazu, sich schleunigst umzuorientieren.

An COPD, der bei schwerem Verlauf lebensbedrohlichen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, leiden weltweit etwa 392 Millionen Menschen. Zum Krankheitsbild gehören die sogenannten AHA-Symptome – Auswurf, Husten und Atemnot. Eingeatmete Luft kann durch die verengten Bronchien nur schwer wieder ausgeatmet werden und es kommt zu einer Überblähung der Lunge, durch die das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskulatur beeinträchtigt werden. Anders als bei gesunden Menschen ist der Atemvorgang richtig anstrengend und kostet einiges an Muskelkraft. Da die Erkrankung zu einer Sauerstoffunterversorgung führt, leidet der ganze Körper, vom Herz bis zu den Muskeln. Rauchen gilt als Hauptursache für COPD. Betroffene sollten darauf also unbedingt verzichten. Neben Therapietreue helfen Lungensport und Atemgymnastik.

Bei der Entstehung von Lungenkrebs ist Rauchen ebenfalls ein Hauptrisikofaktor. Diskutiert werden der Deutschen Lungenstiftung zufolge allerdings auch genetische Ursachen sowie ein Zusammenhang mit Virusinfektionen. Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Er entwickelt sich zunächst fast symptomfrei und hat eine der ungünstigsten Prognosen.

Wer seinen Atemwegen und der Lunge über den obligatorischen Rauchverzicht hinaus etwas Gutes tun will, um eine Erkrankung oder auch deren Verschlechterung zu verhindern, sollte also Infektionen möglichst vermeiden. Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken können helfen sowie regelmäßiges Händewaschen. Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Schwimmen oder Radfahren bringen Bewegung in den Alltag und unterstützen so die Lungenfunktion. Inhalationen mit Kochsalzlösung tragen dazu bei, die Schleimhäute feucht zu halten und damit ebenfalls Infektionen abzuwehren. Und wer kann, fährt ans Meer. Die salzhaltige Luft wirkt sich positiv auf die Atemwege und auf Atemwegserkrankungen aus.

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