Meine PBC gehört zu mir

Ein Beitrag von IPSEN

Kristina Sokolovic ist wie rund 31.000 Menschen in Deutschland an primär biliärer Cholangitis (PBC) erkrankt.
Kristina Sokolovic ist wie rund 31.000 Menschen in Deutschland an primär biliärer Cholangitis (PBC) erkrankt.
IPSEN Beitrag

Wie begann deine Geschichte mit der primär biliären Cholangitis (PBC)?

Ausgangspunkt war der Tod meines Vaters mit Leberzirrhose: Mir wurde eine Abklärung empfohlen. Da es mir gut ging, habe ich gezögert und erst auffällige Leberwerte brachten den Verdacht auf PBC. Diese mögliche Erkrankung wollte ich nicht wahrhaben.
 

Wie ging es dann weiter?

Erschöpfung und starker Juckreiz wurden zu ständigen Begleitern. 2017 ließ ich mich untersuchen; die Einschätzung schwankte zwischen PBC und PSC. Sogar von einer möglichen Transplantation „in 15 Jahren“ war die Rede. Das musste ich sacken lassen.
 

Deine Diagnose – wann kam sie und was veränderte sie für dich?

PBC wurde im Jahr 2021 bestätigt – endlich hatten meine Symptome einen Namen. Der Juckreiz ließ durch eine medikamentöse Therapie fast vollständig nach, die Müdigkeit schwankt weiterhin.
 

Wie sieht dein Alltag mit PBC aus?

Als alleinerziehende Konstruktionsingenieurin entlaste ich mich mit einer Vier-Tage-Woche. Bewegung hält mich im Gleichgewicht – Tennis, Radfahren und kurze Dehnroutinen. Beim Essen folge ich einem achtsamen, undogmatischen Ansatz.
 

Was tun, um der Müdigkeit entgegenzuwirken?

Ich plane Puffer ein, nutze meine „helleren“ Phasen für Wichtiges und akzeptiere Pausen. Gute Schlafhygiene hilft – feste Zeiten, kein Handy, frische Luft. Und wenn nichts geht, verschiebe ich Termine, statt mich zu überlasten.
 

Gibt es regelmäßige Kontrollen und Therapien?

Einmal jährlich mache ich in der Uniklinik den großen Check, alle drei Monate prüft meine Hausärztin die Blutwerte. So können wir die Therapie frühzeitig anpassen – das gibt mir Sicherheit.
 

Wie nimmst du die psychische Belastung wahr?

Die Erkrankung bleibt präsent, selbst wenn ich sie versuche auszublenden. Ich denke sie mit, ohne ihr die Kontrolle zu überlassen. Unterstützung anzunehmen, Grenzen zu setzen und gute Tage bewusst wahrzunehmen – all das hilft.
 

Was würdest du frisch Diagnostizierten und ihren Angehörigen raten?

Fragen sammeln, Routinen leben, Kontrolle ernst nehmen – so bleibt man handlungsfähig. Angehörige helfen, das Leben aktiv zu gestalten. Wissen und Austausch geben Kraft und eröffnen neue Möglichkeiten.
 

Wie lebst Du heute mit der PBC?

Wichtig ist, dass ich weiß, wie ich mit meiner Erkrankung umgehen muss. Ich habe eine positive Einstellung zu meiner PBC gefunden. Ich mache alles, was mir Spaß macht – und das ist auch mein Lebensmotto. Gleichzeitig brauche ich Erholungsphasen und Zeit zum Durchatmen. Zudem achte ich auf meine Ernährung und ausreichend Bewegung.
 

Wie können Ärztinnen und Ärzte noch besser unterstützen?

Klarheit, Raum für Fragen und ehrliche Antworten – ohne Schönreden, ohne Angst machen. Verständliche Sprache und praktische Tipps helfen, den Alltag trotz Krankheit gut zu gestalten.

raeume-zum-reden.eu/seltene-erkrankungen/primaer-biliaere-cholangitis

DRSC-DE-000631
 

ÜBER KRISSI

Kristina Sokolovic ist wie rund 31.000 Menschen in Deutschland an primär biliärer Cholangitis (PBC) erkrankt. Seit 2021 weiß die 38-Jährige, dass sie an der nicht heilbaren, aber behandelbaren Autoimmunerkrankung der Leber leidet, die zu etwa 90 Prozent Frauen betrifft. Kristina spricht offen über Diagnose, Therapie und Alltag mit PBC – von Juckreiz und Müdigkeit bis zu Routinen, Kontrollen und der Kraft von Wissen und Austausch.

 

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