Zu eng fürs Blut

Verengte Arterien können lebensbedrohliche Folgen haben. Die Ursachen sind vielfältig und zum Teil auch genetisch bedingt. Ein gesunder Lebensstil hilft, vorzubeugen.

Illustration: Maria-Isabel Werner
Illustration: Maria-Isabel Werner
Dr. Ulrike Schupp Redaktion

Donuts zum Frühstück, das Sofa als liebster Freizeitpartner und für alles einen Bringdienst am Start, weil das Wege spart? Ein Lebenswandel, der nicht nur ins Geld geht, sondern auch das Risiko mit sich bringt, eine Arteriosklerose, also eine Gefäßverengung, zu verursachen. Wer sich derart schont, läuft Gefahr, seine Blutgefäße durch Ablagerungen, sogenannte Plaques, aus Fetten wie dem „schlechten“ LDL-Cholesterin und weißen Blutkörperchen sowie entzündlichen Prozessen in den Gefäßwänden zu ruinieren, salopp ausgedrückt, früh zu verkalken. Doch auch die genetische Veranlagung für hohe LDL-Cholesterinwerte kann dazu beitragen, eine Arteriosklerose zu entwickeln. Fortgeschrittenes Alter, Übergewicht, Bluthochdruck und Rauchen erhöhen das Risiko ebenfalls. Noch einmal besonders gefährdet sind Diabetespatienten und Patientinnen, die oft an einer schnell fortschreitenden Arteriosklerose mit hohem Infarktrisiko leiden.
 

Schleichende Erkrankung



Arteriosklerose ist eine systemische Erkrankung. Sie ist eine Gefahr für den ganzen Körper, vor allem aber für Hirn und Herz. Durch die Plaques in den Gefäßwänden werden die Arterien verengt und können das Blut schwerer vom Herzen in die Organe transportieren, um den Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Die Blutgefäße werden zunehmend unelastischer. Reißen die Plaques dann schließlich, können sich Thromben lösen, die das Gefäß ganz verstopfen. Ist dabei das Herz betroffen und der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend versorgt, kommt es zu einem Herzinfarkt. Arteriosklerose kann auch die Halsschlagader, die Gefäße in den Beinen oder die Hirnarterien verengen. Das Tückische daran ist, die Erkrankung bleibt meist lange unentdeckt. Oft erst nach Jahrzehnten machen sich die Durchblutungsstörungen bemerkbar, durch Schmerzen beim Gehen, Brustenge und Atemnot, schlecht heilende Wunden oder auch einfach kalte Hände und Füße.
 

Bewegung beugt vor

 

Die Diagnoseverfahren im Verdachtsfall sind vielfältig. Sie reichen unter anderem vom Abtasten der Pulse an Handgelenk, Hals oder Knöchel bis hin zur Blutuntersuchung oder zu Ultraschalluntersuchungen wie der Dopplersonografie, die die Fließgeschwindigkeit des Blutes anzeigt oder der Farbduplexsonografie. Letztere macht Engstellen in den Gefäßen und deren Schweregrad sichtbar. Arteriosklerose ist nicht heilbar, aber ihr Fortschreiten lässt sich aufhalten. Vorbeugen sollte man am besten schon ab Kindesalter. Seit der sogenannten Sieben-Länder-Studie aus den Fünfzigern gilt die Mittelmeerküche mit viel Gemüse, Salat, Kräutern, Fisch und Olivenöl als besonders gesund für die Gefäße. Olivenöl hilft durch ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren schädliches LDL-Cholesterin zu senken und „gutes“ HDL-Cholesterin aufzubauen. Damit sinkt das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen. Auch Leinöl und Walnussöl enthalten gesunde Fettsäuren. Als beste Medizin gilt Bewegung. Sport oder zumindest regelmäßige körperliche Aktivität wie Spazierengehen, versorgen den Körper nicht nur mit mehr Sauerstoff, sondern stoppen auch entzündliche Prozesse und bauen Stress ab. Viel Wirkung zeigen vor allem Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joggen oder Walken und Radeln.
 

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